Führungsmotivation

Eine Expertenperspektive zum Konstrukt und seiner Bedeutung

In der Führungsforschung wurde das Konstrukt der Führungsmotivation als zentrale Komponente für die Erreichung von Führungspositionen bislang wenig beachtet. Um die Funktion und Bedeutung der Führungsmotivation besser zu verstehen und eine qualitative Grundlage für die Entwicklung eines differenzierten Modells der Führungsmotivation zu erhalten, wurde eine Interviewstudie mit 50 männlichen und weiblichen Führungsexperten
durchgeführt. Sie unterstrichen die Bedeutsamkeit einer hohen Führungsmotivation für das Erreichen von Führungspositionen. Die konzeptionellen Annahmen zur Unterscheidung verschiedener Komponenten der Führungsmotivation von Chan und Drasgow (2001)
sowie von McClelland und Boyatzis (1982) spiegelten sich in den Aussagen der Experten wider. Darüber hinaus wurden Hinweise auf zwei antagonistische Motivationskomponenten gefunden sowie sechs führungsspezifische Interessenfelder: Gestalten, Autonomie, Verantwortung, Bestätigung, Mentoring und Wachstum. Letztlich wurden als Motivationshindernisse vor allem der emotionale Druck und der häufige Work-Life-Conflict von Führungskräften hervorgehoben. Die Interviewstudie
lieferte wichtige Impulse für die Entwicklung eines integrativen Modells der Führungsmotivation (Haus der Führungsmotivation), das die Grundlage des Hamburger Führungsmotivationsinventars (FÜMO) darstellt. Das Inventar
erlaubt eine differenzierte Erfassung der motivationalen Chancen und Risiken in Bezug auf das Erlangen von Führungspositionen.

Gwen Elprana, Magdalena Gatzka, Sibylle Stiehl, Jörg Felfe

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