Psychologie für Nachtschwärmer

Psychologische Hochschule Berlin bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Die Psychologische Hochschule Berlin (PHB) nimmt am Samstag, 2. Juni 2012, das zweite Jahr in Folge an der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin teil. Auf dem Programm stehen Vorträge zu bildungspolitischen und gesellschaftlichen Themen rund um die Psychologie für die Öffentlichkeit. Die Lange Nacht der Wissenschaften findet bereits seit über zehn Jahren statt. Auch dieses Jahr werden wieder mehr als 30 000 Besucher erwartet. Das Programm beginnt um 17 Uhr und endet um ein Uhr nachts. Prof. Kirsten von Sydow widmet sich in einem Abendvortrag an der Psychologischen Hochschule Berlin den Auswirkungen der Präsenz von Vätern im Kreißsaal. Über Jahrhunderte waren Geburten Frauensache. In den westlichen Industrienationen ist das inzwischen ganz anders geworden:
Fast alle Väter sind bei den Geburten ihrer Kinder dabei. Doch bisher
wurde kaum erforscht, wie die betroffenen Männer und Frauen das erleben.
Funktioniert die Unterstützung durch den Partner immer so optimal
wie gewünscht? Kirsten von Sydow berichtet über den internationalen Forschungsstand zum Thema "Väter bei der Geburt" und eigene Befunde aus dem Projekt "Elternschaft und Paarbeziehung". Welche Auswirkungen
hat die Präsenz des Partners auf den Geburtsverlauf, das psychische
Befinden von Mann und Frau sowie ihre Partnerschaft und Sexualität. PHB-Rektor Prof. Siegfried Preiser wird in seinem Vortrag zu hochbegabten
Schulversagern der Fragestellung folgen: Wie kann es sein, dass
der Erfolg in der Schule ausbleibt, obwohl Fähigkeiten und Begabungen
des Schülers vielversprechend sind? Gibt es ein "zu intelligent" für
das System Schule? Manchmal haben Schülerinnen und Schüler in der
Schule deutlich weniger Erfolge, als ihre Fähigkeiten und Begabungen erwarten lassen. Dann fragt die Ursachenforschung nach Motivationsproblemen. Es soll dabei zum einen darum gehen, die Ursache von Motivationsproblemen zu finden, zum anderen aber auch um konkrete Anregungen zur Vermeidung dieses Phänomens. Sein Vortrag richtet sich u.a. an Lehrkräfte. Unter dem Vortragstitel "Psychische Störungen im Wandel der Zeit: Werden wir psychisch kränker, oder ändert
sich unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit?" lädt Prof.
Frank Jacobi im Verlauf des Abends zur Diskussion über das Verständnis
von Gesundheit und Krankheit ein. In den letzten Jahren wurden laut der
Statistiken von Kostenträgern psychische Störungen deutlich häufiger
diagnostiziert als früher. Eine Zunahme von "Burnout" ist ständiges
Diskussionsthema in den Medien. Etwa jeder dritte Erwachsene erfüllte
im vergangenen Jahr die Kriterien für eine psychische Störungsdiagnose,
und die direkten und vor allem indirekten Kosten aller psychischen und
neurologischen Störungen zusammen werden höher geschätzt als die von
Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zusammen. Sind wir bald alle "psychisch krank" - oder gehören psychische Störungen
ebenso wie körperliche Erkrankungen auch ganz einfach zum Leben
dazu? Sind die hohen Fallzahlen Fehldiagnosen geschuldet und somit eigentlich eine Übertreibung, die gezielt von der Pharmaindustrie oder anderen möglichen "Profiteuren" einer solchen Entwicklung geschürt wird? Oder hat sich unser Gesundheitsbegriff gewandelt, sodass in unserem
sogenannten biopsycho-sozialen Verständnis die psychosozialen
Komponenten der Gesundheit an Bedeutung gewinnen? Antworten gibt
es an der PHB bei der Langen Nacht der Wissenschaften Berlin/Potsdam
am 2. Juni 2012 An der Psychologischen Hochschule Berlin und über
70 weiteren Wissenschaftseinrichtungen in Berlin und Potsdam.

Tickets im VVK für 11 Euro/9 Euro
(ermäßigt) oder an der Abendkasse 13
Euro/11 Euro (ermäßigt)

Zum Programm:
www.psychologische-hochschule.de
www.langenachtderwissenschaften.de

Katrin Eitner

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