Inklusion - Integration - Partizipation!

Am 23. November fand der Tag der Psychologie 2012 in Berlin statt. Nahezu 90 Interessierte waren ins Haus der Psychologie gekommen, um über den Themenkreis »Inklusion – Integration – Partizipation« zu diskutieren. Die Veranstaltung umfasste drei einführende Vorträge und fünf Workshops, in denen viele Ideen ausgetauscht oder entwickelt wurden. Federführend hatte BDP-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Krämer den Tag inhaltlich vorbereitet.

Herr Krämer, sind Sie zufrieden mit dem Verlauf und den Ergebnissen, die am Tag der Psychologie 2012 erarbeitet wurden?
Ich bin mit dem Inhalt und dem Ablauf sehr zufrieden, und zwar aus folgenden Gründen: Solch eine Veranstaltung im Haus der Psychologie durchzuführen, war eine organisatorische Herausforderung. Sie wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bundesgeschäftsstelle gerne angenommen und sehr gut bewältigt. Der Ablauf gelang minutiös. Die drei Hauptreferenten lieferten zum Einstieg eine Fülle von Informationen aus ihrem jeweiligen Fachgebiet. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit innerhalb des BDP war die Moderation der Workshops von Vertretern aus mehreren Sektionen. Die Teilnehmer erhielten die Chance, sich zu dem Gehörten auszutauschen und eigene Erfahrungen einzubringen. Diese wurden dann in einer Podiumsdiskussion zusammengetragen. Nach sechs Stunden intensiver gemeinsamer Arbeit konnten sich alle mit neuen Sichtweisen und Anregungen zur weiteren Beschäftigung mit den Themen »Inklusion«, »Integration« und »Partizipation« auf den Heimweg machen.

Von Seiten der Schulpsychologie wurde geäußert, man verwässere die politischen Forderungen, wenn man das Thema breiter als Inklusion in der Schule fasse. Sehen Sie das auch so?
Die kritische Äußerung verstand ich primär als Anregung, der BDP solle den Themenschwerpunkt und die Zielgruppe klar definieren, um in der politischen Diskussion Gehör zu finden. Die Mehrzahl der Beteiligten betonte den Zusammenhang der titelgebenden Themen. Um in der Praxis etwas zu bewirken, ist die Berücksichtigung vorliegender Erkenntnisse aus allen drei Teilgebieten hilfreich.

Wie geht es weiter? Was wurde auf der anschließenden Delegiertenkonferenz beschlossen?
Neben dem BDP-Bericht 2013, der die Bearbeitung der drei Themen fortsetzen wird, wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die zusätzliche Aktivitäten koordiniert. Somit stellt der Tag der Psychologie einen Meilenstein, aber nicht den Abschluss der Verbandsaktivitäten zur Inklusion, Integration und Partizipation dar.

Haben Sie bereits die Autoren und die konkreten Inhalte für den Bericht 2013 im Auge? Wollen Sie etwas verraten?
Neben den Beteiligten am Tag der Psychologie, die in der Mehrzahl einen Beitrag zum BDP-Bericht zugesagt haben, wurden weitere Autoren angefragt. Somit werden unter anderem Artikel über die Teilhabe älterer sowie behinderter Menschen und ausländischer Mitbürger enthalten sein. Jeder Leser kann sich durch die Lektüre ein Bild davon machen, ob und, wenn ja, wie eng die bisher in der Regel getrennt abgehandelten Themen miteinander zusammenhängen.

Wem empfehlen Sie die Lektüre des BDP-Berichts 2013?
Denjenigen, die am Tag der Psychologie 2012 nicht dabei sein konnten, kann der Bericht einen Eindruck davon vermitteln, was besprochen wurde. In der Zusammenstellung der Beiträge wird darauf geachtet, dass
sowohl Artikel zur psychologischen Forschung als auch Artikel von Praktikern enthalten sein werden. Daher hoffe ich, dass sich Interessierte, nicht nur Psychologen, aus Wissenschaft und Praxis angesprochen fühlen werden.

Die Fragen stellte Alenka Tschischka.

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