Erröten - Ein psychologisches Phänomen?

Emotionales Erröten ist eine Körperreaktion, die im Zusammenhang mit verschiedenen Gefühlen ausgelöst wird, in der Regel jedoch keine eindeutige Funktion oder Bedeutung hat. Erröten wird als Beschwichtigungsgeste, als nonverbales Signal für Peinlichkeit, als Folge von unerwünschter sozialer Aufmerksamkeit oder als funktionsloser körperlicher Vorgang diskutiert. Physiologisch kann von einer sympathischen Steuerung der Errötungsreaktion ausgegangen werden. Im Volksmund wird Erröten häufig als Begleiterscheinung von Lügen angesehen – eine wissenschaftlich nicht haltbare Annahme, die besonders vor Gericht oder in der Forensik zu dramatischen Fehleinschätzungen führen kann. Eine forensische Begutachtung kann nicht durch eine einfache Symptombeobachtung ersetzt werden. Häufiges Erröten kann zu Angst vor negativer Bewertung durch andere führen und sich zu einer psychischen Belastung entwickeln. Die Erythrophobie, eine Form der sozialen Angststörung, kann mit psychotherapeutischen Methoden gut behandelt werden, wobei der Fokus der Behandlung auf der Angst vor negativer Bewertung aufgrund des Errötens liegt und nicht auf dem Erröten
selbst. Verhaltenstherapeutische Standardmethoden zur Behandlung sozialer Ängste können durch das Aufgaben-Konzentrationstraining sinnvoll ergänzt werden.

Samia Härtling, Ruth Cooper, Christina Uebele, Steffen Dauer

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