Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Am 29. Januar wurde auf einer Veranstaltung des Bundesministeriums
für Arbeit und Soziales der »Stressreport Deutschland 2012« vorgestellt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAUA) befragte dafür über 20.000 erwerbstätige Erwachsene zu ihren  psychischen Anforderungen und Ressourcen am Arbeitsplatz. Seit der letzten Studie aus den Jahren 2005/2006 hat es zwar keine Zunahme der psychischen Belastungen gegeben, aber Arbeitsmerkmale wie Multitasking, starker Termin- und Leistungsdruck, ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge, Störungen und Unterbrechungen sowie das Erfordernis, sehr schnell arbeiten zumüssen, befinden sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Gerade bei den Themen »Zeitdruck« und »Arbeitstempo« wurde jedoch ein subjektiver Anstieg der Belastung empfunden. In der nächsten Ausgabe von »report psychologie« wird es eine ausführliche Analyse dieser Studie geben.
Der BDP nimmt sich des Themas »Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz« zurzeit verstärkt an. Eine Arbeitsgruppe des Vorstands, die sich aus Kollegen verschiedener Sektionen zusammensetzt, ist bereits dabei, verschiedene Aktivitäten zu planen. So werden in diesem Jahr regelmäßig Flyer zu verschiedenen Aspekten psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz erscheinen. Diese werden Unternehmen und Führungskräfte zum Beispiel über »Burnout«, »Führung und Gesundheit« sowie die »Durchführung von Gefährdungsanalysen« informieren. Insbesondere wird auf die Rolle der Psychologinnen und Psychologen bei diesen Aufgaben hingewiesen. Der nächste BDP-Kongress zur angewandten Psychologie wird das Thema ebenfalls aufnehmen. Vom 21. bis 22. November 2013 wird es um psychologische Konzepte im Spannungsfeld von Leistung und Gesundheit gehen. Der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), einer Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern, hat der BDP bereits verschiedene Angebote zur Kooperation unterbreitet. Auch über die Arbeit der GDA wird es an dieser Stelle Näheres geben. Wichtig aus Sicht des BDP ist, Gesundheit immer als ganzheitliche Gesundheit von Körper und Psyche zu verstehen. Bislang wird im Arbeitsschutz vorwiegend die körperliche Gesundheit in den Mittelpunkt
gestellt. Um auch die psychische Gesundheit zu erhalten und zu fördern, bedarf es neben den Arbeitsmedizinern und Technikern auch der Kenntnisse
und Fähigkeiten von Psychologen. Dazu müssen noch einige Anstrengungen unternommen werden, damit diese Forderungen auch in der Politik, bei den Arbeitsschutzorganisationen und in den Unternehmen umgesetzt werden.

Julia Scharnhorst

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