Rückenschmerz und Psyche

Interview mit Helmut Nold

Ist es um die Bandscheiben der Deutschen wirklich so schlecht bestellt? Wie entsteht Rückenschmerz?
In Deutschland zählen Rückenschmerzen zu den Volkskrankheiten und gehen meist mit persönlichem Leid der Betroffenen, aber auch mit negativen Folgen für Unternehmen einher. Die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen ist unumstritten, denn viele der heutigen Arbeitsbedingungen zählen zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Rückenschmerzen. Durch den demografischen Wandel sind Betriebe gefordert, Antworten auf die Frage nach wirksamen und nachhaltigen Maßnahmen für einen gesunden Rücken zu finden. Die Integration dieser Maßnahmen in ein ganzheitliches und systematisches betriebliches Gesundheitsmanagements bietet Chancen, sich für die Gesundheit der Beschäftigten einzusetzen und gleichzeitig hohen Fehlzeiten- und Produktionsausfallkosten entgegenzutreten. Somit können persönliche, unternehmerische und gesellschaftliche Interessen an der
Gesunderhaltung aller Beschäftigten vereint werden.

Wenn unser Rücken reden könnte, was würde er uns sagen?

Er würde uns an unsere guten Vorsätze erinnern, die wir jedes Silvester fassen: »Wolltest du mich nicht dadurch entlasten, dass du ein paar Kilos weniger auf die Bandscheiben bringst?«, »Wolltest du nicht Sport treiben, um mehr für den Aufbau der Rückenmuskeln zu tun?«, »Wolltest du dir nicht mehr Pausen im Berufsalltag gönnen, damit der Rücken nicht ständig einseitig belastet wird?«, »Wolltest du nicht bei der Gartenarbeit alles bedenken, was du im Berufsleben schon lange forderst: Bei der Arbeit an die langfristigen Folgen denken, wenn man mal schnell etwas erledigen muss, das eigentlich über die eigenen Kräfte geht?«
Außerdem würde er uns daran erinnern, was wir eigentlich schon immer vorhatten: nicht zu viel Fernsehen, sondern wieder selbst etwas erleben …
Nicht von dem Alltagsstress auffressen lassen, sondern die Herausforderungen in die eigene Hand nehmen … Das Berufsleben mit dem Privatleben in Einklang bringen … Arbeitszeit und Freizeit ausbalancieren …

Patienten mit Leidensdruck wünschen sich immer wieder einfache Erklärungen für ihre Schmerzen. Wo liegt eigentlich die Ursache?
Der erste Schritt zur Veränderung beginnt bei einem selbst, und jeder weiß, wie schwer dieser erste Schritt ist. Wir können nur dann andere motivieren, wenn wir selbst von der Sache überzeugt sind. Auch diese Erkenntnis geht mit vielen negativen Erfahrungen einher.

Anstatt in den negativen Schleifen wie: »Es siegt doch immer nur der innere Schweinehund!«, gefangen zu sein, hätten Sie einen Tipp, wie man ihn überwinden kann?
Die Anmeldung bei einem Sportverein hat viele Effekte. Dort lernt man nette Menschen kennen, mit denen man gemeinsam in unterschiedlichen Sportarten seine Ausdauer verbessern kann. Auch wenn man bei der täglichen Arbeit oder in der Freizeit Lasten heben oder tragen muss, hilft eine gute Ausdauer, um gesund zu bleiben. Ein weiterer positiver Aspekt: Man verliert an
Gewicht!
Auch Entspannungs- und Lockerungsübungen lassen sich mit täglichen Gewohnheiten verknüpfen. Die Balance verbessert man, indem man beim Zähneputzen auf einem Bein balanciert oder alle halbe Stunde den Nacken dehnt.

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