Gesundheitscoaching

Interview mit Babette Renneberg

Im Rahmen der Prävention bietet die Techniker Krankenkasse (TK) seit 2008 Versicherten, die an einer der Volkskrankheiten Diabetes, Herzinsuffizienz oder koronare Herzkrankheit leiden, auf freiwilliger Basis ein Coaching an. Die Psychologin Prof. Dr. Babette Renneberg von der Freien Universität Berlin untersuchte im Rahmen einer Studie zum Gesundheitscoaching, wie und wie nachhaltig sich das Coaching auf den Gesundheitszustand auswirkt. Die Studie wurde Anfang dieses Jahres präsentiert. Über die Ergebnisse sprach Prof. Renneberg mit »report psychologie«.

Warum gab es diese Studie zum Gesundheitscoaching?
Die TK hatte das Anliegen, einen Gesundheitscoach zu entwickeln und zu implementieren. Neben dem Input bei der Konzeptualisierung des Coachings war meine Aufgabe, das Coachingangebot wissenschaftlich zu evaluieren. Wir haben zunächst eine Pilotstudie mit Herzinsuffizienzpatienten durchgeführt, die an dem Coaching teilgenommen haben, die Böhme et al. 2011 veröffentlicht haben. Danach hat die TK die größer angelegte Studie mit einer Kontrollgruppe gefördert.

Wie sah das Design der Studie aus?
Um das Coaching wissenschaftlich korrekt auswerten und eine auftretende Veränderung wirklich auf die Intervention durch das Gesundheitscoaching zurückführen zu können, war eine Vergleichsgruppe notwendig. Dazu wurde aus dem Pool der Versicherten eine Gruppe gebildet, die ebenfalls eine oder mehrere der Diagnosen »Herzinsuffizienz«, »Diabetes«, »koronare Herzerkrankung« aufwies, aber nicht an dem Coaching teilgenommen hatte. Beide Gruppen beantworteten zu drei Messzeitpunkten denselben Fragenkatalog.

Wann fanden die drei Befragungen statt?
Die Befragungen fanden zu Anfang des Coachings, am Ende und zwei Monate nach dem Ende des Coachings statt. Wir wollten auf jeden Fall erheben, wie nachhaltig ein Coaching ist.

Wie groß war Ihre untersuchte Gruppe?
Insgesamt umfassten die Gruppen jeweils zirka 1200 Personen, davon waren knapp 80 Prozent Männer. Im Mittel waren die Teilnehmenden 66 Jahre alt. Die Coachinggruppe hatte insgesamt fünf Monate lang ein Coaching per Telefon. Die Coachingteilnehmer erhielten dabei Informationen über ihre Erkrankung, über gesundheitsförderndes Verhalten und zur Motivation für Gesundheitsverhalten; sie wurden zu konkreten Plänen befragt und erhielten Unterstützung bei der Umsetzung. Im Mittel handelte es sich um sieben ungefähr halbstündige Telefonkontakte. Die Mehrheit der Studienteilnehmer waren Männer. Dies ist durchaus
bemerkenswert, denn Männer sind meist schlecht für Präventionsangebote zu begeistern.

Welche Ausbildung hatten die Coaches?
Die Coaches hatten entweder ein Psychologiestudium abgeschlossen oder kamen aus dem Pflegebereich. Alle Coaches nahmen zusätzlich an einem Training für das Coaching teil und hatten Supervision. Das Team wurde von zwei Ärzten geleitet.

Lesen Sie das gesamte Interview in der aktuellen Ausgabe.

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