Arbeitsfeld betriebliche Gesundheit

Psychologen als Helfer in der Not und Berater (weit) vor der Not

In den vergangenen Jahren hat das Thema »Gesundheit am Arbeitsplatz« immer stärkere Bedeutung erlangt. Hierbei gibt es zwei Aspekte: Unter der betrieblichen Gesundheitsförderung versteht man Einzelmaßnahmen zur Stärkung der Gesundheit der Mitarbeitenden und unter dem betrieblichen Gesundheitsmanagement ein System, das Mitarbeitergesundheit auf allen betrieblichen Ebenen im Fokus hat. Beide werden in wachsendem Maße im Arbeitsleben implementiert.

Die Frage nach (mehr) Gesundheit am Arbeitsplatz beinhaltet auch die Frage nach psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Relevanz dieser Frage lässt sich mit einigen Zahlen belegen: »Der Anteil der Beschäftigten mit aktueller oder vergangener Behandlung wegen psychischer Erkrankungen hat sich zwischen 2004 und 2012 verdoppelt«, heißt es im »DAK-Gesundheitsreport 2013«. »Der Ausfall an Bruttowertschöpfung aufgrund von Krankheitskosten durch psychische Störungen« betrug »2011 rund 45,4 Milliarden Euro«, erläutert der »BKK Faktenspiegel« 05/2012. Und: »Der relative Anteil von psychischen Erkrankungen an den Arbeitsunfähigkeitstagen wächst stetig: Zwischen 2000 und 2012 ist die Anzahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen um knapp 85 Prozent gestiegen«, berichtet der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2013.

Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf bereits aufgetretene Erkrankungen, die behandelt wurden. Beeinträchtigungen durch psychische Belastungen, die (noch) nicht zu Arbeitsunfähigkeitstagen führen, lassen sich kaum erfassen. Erste Ergebnisse der »Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland«, kurz DEGS, die vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht wurde, zeigen insbesondere im Modul »Psychische Gesundheit« höhere Zahlen. Hierbei kam durch eine Befragung der Bevölkerung heraus, dass rund 28 Prozent der Deutschen im Alter von 18 bis 79 Jahren in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung die Kriterien einer psychischen Störung erfüllten. Dabei waren Frauen mit rund 33 Prozent häufiger betroffen als Männer mit rund 22 Prozent. Hier findet sich ein Arbeitsfeld, das in hohem Maße psychologische Kompetenz verlangt. Bereits jetzt sind Psychologen hier erfolgreich tätig, es handelt sich jedoch um ein Feld mit deutlich wachsendem Bedarf an qualifizierten Psychologen.

Diplom-Psychologin Alexandra Miethner

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