Information ist alles?!

Interview mit Privatdozent Dr. Erich Weichselgartner

Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) ist die zentrale Informationseinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. In seinem Psychologiefachportal bietet es wichtige Dienstleistungen und Produkte für Forschung, Studium, Praxis, Medien, Politik und Öffentlichkeit an. Am ZPID sind aktuell 45 wissenschaftliche und wissenschaftsunterstützende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Privatdozent Dr. Erich Weichselgartner ist der stellvertretende wissenschaftliche Leiter des ZPID.

Welche Projekte haben Sie beim ZPID? Welche Ziele verfolgen Sie mit ihnen?

Ganz zentral ist der Arbeitsbereich der Dokumentation: Wir weisen nach, was im deutschsprachigen Raum über Psychologie geschrieben wird. Dafür gibt es die Datenbank PSYNDEX. Wir veröffentlichen auch Informationen über Tests, inklusive Testrezensionen. Den Zugang zu den dokumentierten Inhalten bieten wir u.a. mittels des kostenfreien Suchportals PubPsych, das mit Hilfe unserer internationalen Partner einen über PSYNDEX hinausgehenden europäischen Fokus hat. Eine weitere Kernkompetenz betrifft die Technologie, die man braucht, um Informationen zu erschließen. Das hat rein technische Aspekte, wie die Programmierung von Software für die Wissenserschließung, aber auch forschungsorientierte, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung semantischer Algorithmen zur maschinellen Erkennung der Bedeutung von Texten.

Ist das nicht die Schnittstelle zur Computerlinguistik?

Richtig, wir beschäftigen mittlerweile auch eine Computerlinguistin und kooperieren mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern. Wir haben ein gemeinsames Labor etabliert, das sich auch mit der semantischen Suche beschäftigt.

Wo ist denn dabei der Unterschied zur bereits existierenden Suche?

Wir forschen hier auf der Bedeutungsebene: Wenn ich in der Zukunft etwas suche, dann möchte ich ganze Antworten bekommen: eine Erklärung, was ist »Depression « zum Beispiel. Ich suche dann nach Konzepten und nicht nur nach der Zeichenkette »D-e-p-r-e-s-s-i-o- n«. So ein System kann Bedeutungszusammenhänge innerhalb wissenschaftlicher Texte erkennen und entsprechend der Suche zurückmelden. Irgendwann wird es auch Antworten auf Fragen liefern können, aber das ist noch Zukunftsmusik.

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