Effiziente Lösung statt teurer Experimente!

Positionspapier zum Direktstudium

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 5. Februar in Bonn eine erste Gesprächsrunde zu einer Reform der Psychotherapeutenausbildung durchgeführt. Anlass war die im November 2014 beschlossene Forderung des 25. Deutschen Psychotherapeutentages (DPT) nach einer umfassenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes und der Einführung einer sogenannten Direktausbildung. Der BDP war im BMG durch seinen Präsidenten Professor Dr. Michael Krämer sowie Dr. Peter Freytag und Robin Siegel vom Bundesvorstand des Verbandes Psychologischer Psychotherapeuten (VPP) im BDP vertreten.

Die Repräsentanten des BDP äußerten sich kritisch zu dem Modell der Direktausbildung und erläuterten die vom Verband beschlossenen Eckpunkte mit Kriterien zu den Zielen einer Gesetzesänderung. Hierfür ist unter anderem wesentlich, dass die gegenwärtigen Missstände der Ausbildung innerhalb des jetzigen postgradualen Systems gelöst werden können, die Vergütung der Psychotherapeuten in Ausbildung unverzüglich angemessen geregelt werden muss und es keine Abkoppelung der Psychotherapie vom Studium der Psychologie und damit von der Psychologie als grundlegender Disziplin geben darf. Selbstverständlich wird der BDP seinen Standpunkt in den weiteren Diskussions- und gegebenenfalls Gesetzgebungsprozess deutlich einbringen. Der BDP hat deshalb einen eigenen Vorschlag zur Reform der Psychotherapeutenausbildung entwickelt:

Positionspapier BDP e.V. zum Direktstudium
Plädoyer für eine schnell realisierbare Weiterentwicklung der Psychotherapeutenausbildung: Die Verengung des Studiums ist keine Lösung!


Die Situation Seit Jahren gibt es Bestrebungen, das Psychotherapeutengesetz und die Psychotherapeutenausbildung zu reformieren. Dieses Bestreben schlägt sich auch im aktuellen Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD nieder: »Wir werden das Psychotherapeutengesetz samt den Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung überarbeiten« (Koalitionsvertrag 2013, S. 58).

Eine Reform ist dringend notwendig, das steht außer Frage. Die Umstellung der Hochschulstudiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem hat auch bei der postgradualen Psychotherapieausbildung zu Problemen geführt. Die Zugangsvoraussetzungen sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt – ein föderaler Flickenteppich, der die Unsicherheit fördert. Ein weiteres dringend zu lösendes Problem ist die Frage nach einer angemessenen Vergütung. Fehlende gesetzliche Regelungen stellen angehende Psychotherapeuten allzu oft vor eine Existenzfrage – trotz ihres hochwertigen berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses.

Vor diesem Hintergrund werden innerhalb des Berufsstands der Psychotherapeuten verschiedene Maßnahmen diskutiert und Konzepte erarbeitet. Einige dieser Konzepte stellen das gesamte derzeit existierende Berufsbild der Psychotherapeuten in Frage und propagieren eine komplette Abkehr vom bisherigen Ausbildungsweg zugunsten einer sogenannten »Direktausbildung« – abgekoppelt von der Psychologie. Die Psychotherapie ist ein anwendungsorientierter Bestandteil der Psychologie! Eine Abkoppelung der Psychotherapie von ihrer Grundlagenwissenschaft schadet allen.

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