Fahrtauglichkeit und Mobilitätsverhalten älterer Verkehrsteilnehmer

Die derzeitige Bevölkerungsentwicklung, insbesondere in Hinblick auf eine alternde Gesellschaft, ist ein Thema, das immer stärker Eingang in die betroffenen Wissenschaftsdisziplinen und politische Institutionen sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene findet. Die Auswirkungen einer zunehmend alternden Gesellschaft können auf nahezu alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ebenen umgelegt werden. Der Verkehrs-, Transport- und Mobilitätssektor ist von diesen umfassenden Entwicklungen nicht ausgenommen.

Bis zum Jahr 2050 wird für Europa prognostiziert, dass 37 Prozent der Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein werden. Das bedeutet auch für den Verkehrssektor eine zunehmende Anzahl älterer Personen im Straßenverkehr, was zu neuen Anforderungen im Hinblick auf die physische Umwelt und die Individuen führt (OECD, 2010). Themen wie »Fahrtauglichkeit«, »Sicherheit im Straßenverkehr« sowie »Lebensqualität und aktives Altern« werden somit von zunehmender Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung im Mobilitätsbereich.

Ein Umdenken im Zusammenhang mit den bestehenden Bildern von der »Gruppe der Älteren«, die zumeist ausschließlich als Gefahr für andere Personen im Straßenverkehr und sich selbst wahrgenommen werden, ist daher grundlegend. Insbesondere in jüngeren Studien konnte dargelegt werden, dass die Population der über 60-Jährigen keinesfalls eine einheitliche Gruppe ist. Herkömmliche Indikatoren, wie beispielsweise Berufstätigkeit oder Autoverfügbarkeit, nach denen diese Gruppe häufig ausschließlich charakterisiert wird, sind längst nicht mehr ausreichend. Forschungsprogramme wie beispielweise »Sentrip« verdeutlichen den heterogenen Charakter dieser Gruppe, insbesondere wenn es um Mobilität und die damit zusammenhängenden stark voneinander abweichenden Verhaltensmuster geht (Risser, 2010).

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Prof. Dr. Ralf Risser.

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