Psychisch gesunde Arbeit

Empfehlungen und Forderungen des BDP

Noch bis 2018 läuft die im Jahr 2013 gestartete zweite Periode der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Der BDP hatte im Vorfeld bereits 2012 eine sektionsübergreifende »Arbeitsgruppe betriebliches Gesundheitsmanagement« ins Leben gerufen, eine Flyer-Kampagne zum Themenfeld mit kostenlosem E-Mail-Abonnement gestartet, den Kongress 2013 »Gesundheit oder Leistung?!« veranstaltet und sich berufspolitisch engagiert. Die Arbeitsgruppe verfolgt die politische Entwicklung des Themas »Psyche am Arbeitsplatz« kontinuierlich mit fachlichen Anregungen, Empfehlungen und gegebenenfalls öffentlichen Kommentaren und nimmt an den Veranstaltungen und Aktivitäten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) des Ministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Gesundheitsministeriums (BMG) und vielen anderen Veranstaltungen teil. Nun wurde ein Positionspapier entworfen, dessen Empfehlungen und Forderungen für eine gesunde Arbeitswelt an die Entscheidungsträger von Ministerien, Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer, Unfallversicherungsträger, Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften an dieser Stelle zur Kommentierung allen BDP-Mitgliedern vorgestellt werden soll. Ansprechpartner für das fachliche Feedback ist BDP-Vizepräsident Michael Ziegelmayer, der die Arbeitsgruppe leitet.

1. Zentrale Ressource Bildung und Qualifizierung verstärken

Einfache industrielle Tätigkeiten haben abgenommen, stattdessen hat im Durchschnitt die Komplexität psychischer Anforderungen am Arbeitsplatz zugenommen. Dies wäre positiv zu bewerten, wäre nicht gleichzeitig der Zeit- und Leistungsdruck gestiegen und der Handlungsspielraum gesunken. Gesamtgesellschaftlich werden aufgrund des soziodemografischen Wandels für die nächsten Jahrzehnte eine Entspannung des Arbeitsmarktes und ein Rückgang der Unterbeschäftigung prognostiziert. Dies gilt allerdings nur, wenn der künftige Arbeitskräftebedarf nicht nur quantitativ, sondern auch qualifikatorisch gedeckt werden kann. Ansonsten droht Massenarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. Insofern kann Bildung als die wichtigste primäre gesundheitsbezogene Prävention verstanden werden.

2. Gesundheitsförderliche Arbeits- und Organisationsgestaltung zum maßgeblichen Bestandteil der Unternehmenskultur entwickeln

Ähnlich wie das individuelle Gesundheitsverhalten scheint organisationales (Veränderungs-)Handeln oft erst durch einen bestehenden Leidensdruck ausgelöst zu werden. Viele der gesundheitsbezogenen Maßnahmen haben einen vorwiegend korrektiven Charakter. Meistens sind es hohe Fehlzeiten, die Organisationen dazu veranlassen, über Maßnahmen nachzudenken, wobei oft psychische Faktoren keine Berücksichtigung finden. Zu den am weitesten verbreiteten Instrumenten in Deutschland gehören daher Arbeitsunfähigkeitsanalysen und Gesundheitsberichte der Krankenkassen, Gefährdungsanalysen sowie Rückkehrgespräche mit Mitarbeitern. Anzustreben sind aber vor allem prospektive Arbeitsgestaltungsmaßnahmen, also die Berücksichtigung von Arbeits- und Gesundheitsschutzaspekten bereits bei der Planung von Arbeitssystemen.

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