Gutachten im Familienrecht

Fachverbände definieren Mindestanforderungen

Vertreterinnen und Vertreter juristischer, psychologischer und medizinischer Fachverbände, der Bundesrechtsanwalts- und der Bundespsychotherapeutenkammer haben unter Begleitung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) »Mindestanforderungen an Gutachten im Kindschaftsrecht« erarbeitet. Dr. Anja Kannegießer Vorsitzende der Sektion Rechtspsychologie koordinierte in ihrer Funktion der Vorsitzenden des föderativen Fachgremiums Rechtspsychologie zusammen mit Horst-Heiner Rotax vom Deutschen Familiengerichtstag diesen Konsensprozess. Ihre Stellvertreterin Cornelia Orth war ebenfalls in dem Prozess für den BDP vertreten.

Warum war der Prozess, Mindestanforderungen zu formulieren, notwendig geworden?

Anja Kannegießer: Einige umstrittene Entscheidungen und Studien hatten die Diskussion um die Qualität forensischer Gutachten in den Fokus der medialen und politischen Öffentlichkeit gerückt. Im Koalitionsvertrag vereinbarten die Regierungsparteien »in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden die Qualität von Gutachten, insbesondere im familiengerichtlichen Bereich, verbessern« zu wollen.

Was war denn das Hauptziel?

Cornelia Orth: Es geht vor allen Dingen darum, die Qualität zu sichern und auch zu verbessern. Die Erfahrungen in anderen Rechtsbereichen zeigen, dass Mindeststandards für das Erstellen von Gutachten spürbar zur Qualitätsverbesserung beitragen. Diese tritt vor allem dann ein, wenn, wie hier, fachübergreifende Anforderungen an die Gutachtenerstattung entwickelt werden.

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Die Fragen stellte Alenka Tschischka.

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