Reform des Psychotherapeutengesetzes

Ein Zwischenbericht

Im September-Heft 2015 von »report psychologie« wurde in »Die Einheit der Psychologie erhalten« das BDP-Modell zur zukünftigen Psychotherapieausbildung vorgestellt (Krämer, 2015). Es besteht im ersten Schritt aus einem Studium der Psychologie bis zum Bachelorabschluss. Das grundständige Psychologiestudium bietet die Möglichkeit, eine breite psychologische Wissensbasis zu erwerben. Im zweiten Schritt folgt je nach persönlicher Präferenz ein Masterstudiengang der Psychologie ohne Spezialisierung oder ein Masterstudiengang mit Spezialisierung (z.B. Wirtschaftspsychologie, Pädagogische Psychologie oder Klinische Psychologie/Psychotherapie). Der Masterabschluss in Klinischer Psychologie/Psychotherapie kann im dritten Schritt in eine Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten einmünden.

Während der Weiterbildungsphase zum Erwerb der Fachkunde zur selbstverantwortlichen psychotherapeutischen Berufsübung wird eine (eingeschränkte) Behandlungserlaubnis erteilt. Sie schließt mit der Approbation ab. Zusätzliche Prüfungen (z.B. Staatsexamen) entfallen, was dem Geist der Bologna-Reform entspricht. In der Weiterbildungsphase entscheiden die Teilnehmer, ob sie zukünftig mit Kindern und Jugendlichen oder mit Erwachsenen arbeiten möchten.

Damit wird die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten den Veränderungen der Bologna-Reform an den Hochschulen angepasst. Mit vertretbarem Aufwand können der ungleiche Zugang zur Qualifizierung zum Psychotherapeuten und auf der Basis einer (eingeschränkten) Behandlungserlaubnis die mangelhafte Bezahlung in der Weiterqualifizierungsphase nach dem Hochschulabschluss beseitigt werden.

Alternative Modelle sehen deutlich weitreichendere Veränderungen vor. Bei deren Umsetzung besteht das Risiko, dass damit gravierende negative Konsequenzen für Patienten und Klienten sowie für unseren Berufsstand als Ganzes die Folge sein werden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe des BDP zur Novellierung haben in den vergangenen Monaten an vielen Veranstaltungen teilgenommen und mit Vertretern anderer Verbände sowie Bundes- und Landespolitikern Gespräche geführt. Noch gibt es aus dem Bundesministerium für Gesundheit keine Antwort, wann der Referentenentwurf für das neue Gesetz vorliegen wird. Dieser Zwischenbericht soll zentrale Punkte der Diskussion wiedergeben.

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Professor Dr. Michael Krämer.

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