Mal eben die Welt retten …

Interview mit Prof. Dr. Marcel Hunecke

Mal eben die Welt retten … Wie sieht das »gute Leben« aus? Was begünstigt einen nachhaltigen Lebensstil? Was bringt Menschen zum Verzicht und zum solidarischen Handeln? In Dortmund erforscht Prof. Dr. Marcel Hunecke mit seiner Arbeitsgruppe »Umweltpsychologie in der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung« Wege, wie Handlungsalternativen zielgruppenspezifisch vermittelt werden können. Darüber sprach er mit Alenka Tschischka.

Was genau ist Ihr Ansatz in der Forschung?

Ein Teilgebiet der Umweltpsychologie ist Nachhaltigkeitspsychologie, die versucht, Wissen aus der Umweltpsychologie zur Förderung nachhaltiger Lebensstile zu übertragen. Die klassische Umweltpsychologie zielt vor allem auf lokal begrenzte Handlungsfelder, wie zum Beispiel die Lärmvermeidung oder die nutzerfreundliche Gestaltung von Wohnumwelten. Das richtet sich vor allem auf die Gestaltung lebenswerter Umwelten; Nachhaltigkeit erfordert zusätzlich noch eine globale Dimension.

Welche Persönlichkeit könnte Ihrer Meinung nach prädestiniert sein, die Welt zu retten?

Dazu haben sich bislang keine Persönlichkeitsmerkmale identifizieren lassen. Es wäre zu einfach, wenn man sagen könnte: Das ist jetzt die Persönlichkeit des Weltretters. Man muss viel stärker auf das umweltbezogene Verhalten schauen und dabei die Interaktion von Personen- und Umweltmerkmalen betrachten, die letztlich das umweltbezogene Verhalten bestimmen. Bei den Personenmerkmalen gilt es, vor allem psychologische Variablen wie Einstellungen, Überzeugungen, Wertorientierungen und Normen zu berücksichtigen.

Wo genau liegt der Unterschied zwischen Werten und Normen, wenn es um Nachhaltigkeit geht?

Hinsichtlich Normen muss man zu allererst unterschiedliche Formen differenzieren: Es gibt personale, soziale und deskriptive Normen. Letztlich liegen diesen Normen Werte zugrunde, da es sich bei Normen um internalisierte Werte handelt.

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