30 Jahre Erfahrung mit dem Adaptiven Intelligenz Diagnostikum (AID)

Zur praktischen Bewährung des adaptiven Testens mit Papier und Bleistift

Zusammenfassung

Adaptives Testen, sofern es sich um computerisiertes, tailored Testen handelt, hat sich in der Praxis seit über 40 Jahren bewährt (vgl. einen aktuellen Überblick bei Kubinger, 2016, in Druck). Jedoch speziell im Fall jüngerer Kinder, die besser nicht am Computer, sondern individuell unter Aufsicht eines Psychologen getestet werden sollen, ist branched Testen die geeignete Methode adaptiven Testens. Dabei werden die Aufgaben gemäß ihren Schwierigkeitsparametern zu Aufgabengruppen zusammengestellt, zwischen Letzteren wird der Testleiter je nach Leistungsgüte einer Testperson verwiesen. Weil auf diese Weise die gesuchten Fähigkeitsparameter vorweg (durch die Testautoren) geschätzt werden können, bedarf es nicht einer laufenden, nach jeder Aufgabenbearbeitung zu erfolgenden entsprechenden Berechnung mittels Computer.

Allerdings ist dieser Ansatz nicht ausreichend bekannt und geläufig. Im vorliegenden Beitrag wird er daher am Beispiel des Adaptiven Intelligenz Diagnostikums (AID) genauer präsentiert. Abgesehen davon, dass sie sich im Einsatz der Praktiker( innen) seit 30 Jahren bewährt hat, erweist sich die vorgestellte Art des branched adaptiven Testens im Vergleich zum herkömmlichen Testen als kürzer in der Testadministration, verbunden mit einer zumeist weit höheren Messgenauigkeit. Auch entstehen bei den Testpersonen keine Probleme mit der Leistungsmotivation, indem ihnen weder zu viele zu leichte noch zu viele zu schwierige Aufgaben gestellt werden.

Einleitung

Adaptives Testen als eine besondere »Technik« psychologischen Diagnostizierens ist in seiner Theorie seit mehr als vier Jahrzehnten bekannt und psychometrisch umfangreich erforscht (s. z.B. Kubinger, 2016, in Druck). Es wird dementsprechend häufig an international bekannten Testinstitutionen (z.B. ETS, Educational Testing Service) in computerisierter Weise praktisch umgesetzt. Grundsätzlich geht es dabei darum, einer Testperson lediglich diejenigen Aufgaben eines Leistungstests vorzugeben, welche für die im Laufe des Tests immer genauere Schätzung ihrer Fähigkeit auch tatsächlich aussagekräftig/informativ sind.

»Das heißt, nicht jede Person erhält sämtliche Aufgaben eines […] Tests – und schon gar nicht in ein und derselben Reihenfolge –, sondern es erfolgt pro Person eine leistungsangepasste Auswahl von Aufgaben aus einem größeren Aufgabenpool. Es werden quasi die Aufgaben(-schwierigkeiten) an das Leistungsvermögen einer Person adaptiert. « (Kubinger, 2014, S. 95). Kurz zusammengefasst ist adaptives Testen wie folgt zu charakterisieren:

[…]

Univ.-Prof. Dr. Klaus D. Kubinger, Psychologe und Statistiker, war bis 2012 Professor für Psychologische Diagnostik an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien. Dort leitete er den Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik samt Test- und Beratungsstelle. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel, psychologischer Tests und Lehrbücher. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf Modellentwicklungen in der Item-Response-Theory (IRT) sowie auf eine globalisierte Intelligenztestung.

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