»Sally, go watch TV!«

Einige Bemerkungen zur Psychologie der modernen TV-Serie

Bereits seit mehreren Jahren ist sogenanntes »Quality TV« stark im Bewusstsein der Feuilletons, in wissenschaftlichen Forschungsprojekten und nicht zuletzt bei den Zuschauerinnen und Zuschauern angekommen. Mit dem Begriff werden in der Regel solche Fernsehserien bezeichnet, die eine anspruchsvolle und fesselnde Form der Erzählung finden, der genügend Raum für komplexe Charakterentwicklungen, Sozialstudien oder die Analyse von Beziehungsstrukturen zur Verfügung steht.

Besondere Aufmerksamkeit der Fernsehkritikerinnen und Fernsehkritiker haben dabei die Serien »The Wire« (2002–2008; verglichen mit der Literatur Balzacs, Dostojewskijs oder Dickens‘, bis hin zur Forderung, diese TV-Serie solle einen Literaturnobelpreis erhalten), »Breaking Bad« (2008–2013) oder »Mad Men« (2007–2015) erhalten.

Viele der gelobten und von einer großen Fangemeinde begleiteten filmischen Erzählungen vereinen dabei Kritikerlob mit hohen Einschaltquoten, insbesondere bei »Game of Thrones « (seit 2011; bis zu über acht Millionen Zuschauer pro Folge im US-Kabelfernsehen) oder »The Walking Dead« (seit 2010; bis zu über 17 Millionen US-Zuschauer pro Folge) ist dies der Fall.

Die für ihre literarischen Erkundungen menschlicher Konflikte gelobten Formate sind in den meisten Fällen (die beiden letztgenannten sind Ausnahmen) dabei gerade keine Adaptionen von Literaturvorlagen – diese ziehen vielmehr gerade erst langsam nach, etwa wenn es Vereinbarungen über eine serielle TV-Verfilmung von John Irvings »Garp und wie er die Welt sah« gibt.

Mittlerweile hohe Finanzbudgets und ein enormes künstlerisches Renommee ziehen neben profilierten Drehbuchautoren auch bereits bekannte Schauspieler in den Bereich der TV-Serie (besonders in »True Detective«, seit 2014), was in der Vergangenheit für viele spätere Hollywoodstars oft in umgekehrter Richtung der Fall war (zu nennen sind beispielsweise Michael J. Fox, Johnny Depp oder Bruce Willis).

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Prof. Dr. Timo Storck

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