DIN 33430 reloaded

Mit Qualität die Zukunft der Personalauswahl gestalten

Gutes Personal ist der Schlüssel für gute Arbeit. Die zentrale Fragestellung im Kontext Personal ist, wie man die Eignung von internen und externen Kandidatinnen und Kandidaten beurteilt. Diese Eignungsbeurteilung ist die Grundlage von Personalentscheidungen und Fördermaßnahmen. Zu der Frage, was eine qualitativ hochwertige Eignungsbeurteilung ausmacht, liegen seit vielen Jahrzehnten in Wissenschaft und Praxis umfassende Erkenntnisse vor. Im Jahr 2002 wurden diese Erkenntnisse erstmalig in Form einer DIN-Norm für die Eignungsbeurteilung, der DIN 33430, publiziert. Die Norm hat sich etabliert, sie ist vielen ein Begriff und wird beispielsweise in Ausschreibungen als Qualitätsforderung genutzt. Sowohl die gewandelte Situation auf dem Arbeitsmarkt (z.B. Personalmangel, Globalisierung) als auch die veränderten Rahmenbedingungen (z.B. die Verabschiedung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes im Jahre 2006) und die erweiterten diagnostischen Möglichkeiten (z.B. internetgestützte Verfahrensdarbietung) und Erkenntnisse (z.B. Metastudien, andere Qualitätsstandards wie die ISO 10667) waren Anlass, die DIN 33430 zu überarbeiten und zu erweitern.

2016 wurde die »neue« DIN 33430, »Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik« publiziert (DIN, 2016). Sofern im Folgenden von »der DIN« die Rede ist, ist immer diese Fassung aus dem Jahr 2016 gemeint. Im Folgenden skizziere ich die Inhalte der aktuellen DIN, dabei gehe ich insbesondere auf das ein, was gegenüber der bisherigen DIN neu ist.

Prozessorientierung

Die DIN 33430 bezieht sich auf den Verlauf der Eignungsbeurteilung und beschreibt alle notwendigen Schritte von A wie »Anforderungsanalyse« bis Z wie »Zielerreichungsevaluation«. Zunächst werden in den Kapiteln 1 und 2 die Anwendungsbereiche (1) geklärt, und die in der Norm genutzten Begriffe werden erläutert (2). (Alle Angaben in Klammern beziehen sich auf die Kapitel der DIN.) Hier wird beispielsweise festgehalten, dass in der DIN zwischen Dienstleistern (in der »alten« Norm nicht explizit berücksichtigt), Beobachtern (»Mitwirkende « in der alten Norm) und Eignungsdiagnostikern (»Auftragnehmer« in der alten Norm) unterschieden wird. Der weitere Aufbau der Norm orientiert sich am Prozess einer Eignungsbeurteilung. Kapitel 3 thematisiert die Planung der Eignungsbeurteilung. Innerhalb der Planung wird zunächst die Auftragsklärung thematisiert (3.1), anschließend folgt die Anforderungsanalyse (3.2), die in die Ableitung von Eignungsmerkmalen mündet. Im nächsten Schritt gilt es, die Eignungsbeurteilung im Detail zu planen (3.3).

[…]

Prof. Dr. Martin Kersting ist Professor für Psychologische Diagnostik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 1997 ist er Mitglied der DIN-Kommission, seit 2007 Mitglied (und aktueller Vorsitzender) des Diagnostik- und Testkuratoriums. Seit zehn Jahren führt Martin Kersting (gemeinsam mit Kollegen) Trainings zur DIN 33430 durch.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in der neuen Ausgabe von Report Psychologie.


Report Psychologie Juli/August 2016 bestellen

Zurück