Schulische Krisenteams

Ein Ansatz zur Prävention und Bewältigung schulischer Krisen

Zusammenfassung

Nach den zielgerichteten Gewalttaten an Schulen in Deutschland wurden und werden an vielen Schulen Krisenteams etabliert. Die Mitglieder dieser Teams, in denen verschiedene Berufsgruppen vertreten sind, sollen präventive Konzepte initiieren und Krisenpläne entwickeln beziehungsweise umsetzen und sollten dafür durch spezielle Schulungen qualifiziert werden. Neben der Fähigkeit, eine erste Gefährdungseinschätzung vornehmen zu können, sollen Schulleitungen, Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schule beim Eintreten von Krisen handlungsfähig bleiben, sodass ein gutes Krisenmanagement und eine strukturierte Versorgung psychisch Betroffener gewährleistet werden. Schulische Krisenteams werden in präventiven Arbeitsfeldern von der Schulpsychologie unterstützt, die den Schulen zusätzlich nach dem Eintreten von krisenhaften Ereignissen konkrete notfallpsychologische Angebote macht. Beispielhaft wird die Evaluation der Arbeit des hessischen schulpsychologischen Kriseninterventionsteams (SKIT) dargestellt.

Einleitung

Bereits nach dem Amoklauf in Erfurt am 26. April 2002 begannen Schulpsychologen und Schulpsychologinnen aus verschiedenen Bundesländern, sich intensiver mit dem in Amerika als »School Shootings« bezeichneten Phänomen auseinanderzusetzen. In Erfurt wurde durch die Vielzahl von unterschiedlichen Akteuren in der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) deutlich, dass eine Koordination der Maßnahmen der PSNV im System Schule von hoher Bedeutung ist. Da die Schulpsychologen über eine hohe Feldkompetenz im System Schule verfügen, wurde offenkundig, dass sie in diesem Aufgabenbereich eine Schlüsselfunktion einnehmen können.

Rolle der Schulpsychologie bei schulischen Krisen

Immer mehr Schulpsychologen haben sich daher qualifiziert, um im Fall einer schulischen Krise eine koordinierte, professionelle psychologische Versorgung zu gewährleisten. In den vergangenen zehn Jahren wurden zudem in immer mehr Bundesländern zusätzlich geeignete Strukturen geschaffen, um adäquate psychologische Angebote in der akuten, mittel- und langfristigen Versorgung der Schulgemeinde sicherzustellen und frühzeitig diejenigen zu identifizieren, die (trauma-)therapeutische Unterstützung benötigen. Beispielsweise wurde in Hessen im Sommer 2006 das schulpsychologische Kriseninterventionsteam (SKIT) gebildet, ein Team mit in der Notfallpsychologie qualifizierten Schulpsychologen. Die Arbeitsweise und die Struktur haben sich zum Beispiel im Einsatz in Winnenden 2009, aber auch bei einer hohen Anzahl weniger massiver schulischer Krisen (z.B. Unfälle) als tragfähig erwiesen. Die Auswertung der SKIT-Einsätze wird weiter unten erläutert.

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Psychologiedirektorin Marion Müller-Staske hat an der Goethe-Universität in Frankfurt Psychologie studiert und arbeitet mit einer halben Stelle als Schulpsychologin im Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis. Mit dem anderen Stellenanteil ist sie im hessischen Kultusministerium landesweit für das Themenfeld Krisenintervention und Bedrohungsmanagement verantwortlich und leitet das schulpsychologische Kriseninterventionsteam (SKIT). Mit neun Kolleginnen und Kollegen des SKIT war sie auch in Winnenden im März 2009 im Einsatz.

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