ASU-Präventionskongress

Wissenschaftlich fundierte Psychologie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

Auf dem 2. ASU-Präventionskongress gab es Beiträge von BDP-Kollegen, die deutlich gemacht haben, dass ein qualifizierter Einsatz von psychologischem Know-how auch eine entsprechende Qualifizierung der handelnden Personen voraussetzt. Nicht nur im Arbeits- und Gesundheitsschutz, aber leider auch dort besteht die deutliche Tendenz, qualifiziertes Know-how so billig wie möglich einzukaufen. Die einfachste Methode ist dabei, Auftragnehmer zu beschäftigen, die irgendwie und irgendwo einen Berührungspunkt zur Psychologie hatten, und möglichst nicht darauf zu achten, dass eine grundständige wissenschaftliche Qualifikation vorliegt. Läge diese vor, würde es in der Regel auf den ersten Blick teurer, vielfach aber auf die lange Sicht wirksamer und billiger.

Gefährdungsanalyse

»Was kann die Fachpsychologie zu einer erfolgreichen Prävention beitragen?«, fragte Boris Ludborzs. Fachpsychologen, die sich auf Arbeits- und Gesundheitsschutz spezialisiert haben, haben umfangreiche Kernkompetenzen erworben, mit denen sie einen bedeutsamen Beitrag zur Verhaltensprävention leisten könnten. Psychologen sind beispielsweise hoch kompetent in der Erfassung und Optimierung von psychischen Belastungen, Gefährdungen und Beanspruchungen. Sie sind fachlich versiert, um die Qualität von Instrumenten und die Verlässlichkeit und Reichweite der damit erzielten Ergebnisse einzuordnen, anzuwenden und integrativ zu interpretieren. Sie können die Effektivität von Maßnahmen einschätzen und evaluieren. Sie besitzen die Kernkompetenz für die Moderation von Gruppenprozessen, mit der Interessenkonflikte ausbalanciert werden können.

Die meisten dieser Kompetenzen könnten in der Praxis wirksam werden, wenn dies nicht durch Aufweichungen im Bereich untergesetzlicher Vorgaben verhindert würde. Das liegt vor allem daran, dass diese nur dem Stand der Technik entsprechen und in den Gremien der »interessierten Kreise« konsensual ausgehandelt werden müssen. Psychologische Vorgaben sollten so einfach sein, dass der Betrieb auch alles selbst machen kann, denn: »Psychologie kann jeder.« Ein Betrieb ist schon rechtssicher, wenn er nur einen Teil der Vorgaben umgesetzt hat, aber für den Rest ein zeitnahes Konzept anbieten kann. Das Etikett »psychisch« wird inflationär verwendet, überwiegend von Nichtpsychologen, nur fehlt in der Packung häufig psychologische Fachexpertise. Diese ist ausreichend vorhanden, jedoch nutzt sie den Arbeitenden natürlich nicht viel, wenn sie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben nicht konsequent und nachhaltig umgesetzt wird.

Arbeitswelt 4.0

Unter dem Titel »Arbeitswelt 4.0« zeigten Michael Ziegelmayer und Ulrich F. Schübel, wie Psychologie wirksam unter den zu erwartenden Bedingungen einer sich radikal verändernden Arbeitswelt zur Gestaltung von humanen Arbeitsbedingungen und zur Vorbeugung bei neuen Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter eingesetzt werden kann.

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Michael Ziegelmayer

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