Noch viel Luft nach oben

Gründungsurkunde für die Stiftung »Anerkennung und Hilfe« unterzeichnet

Am 9. November 2016 hat die Bundesregierung die Errichtung einer Stiftung »Anerkennung und Hilfe« beschlossen. Vertreter der Bundesregierung, der Bundesländer und der christlichen Kirchen haben die Gründungsurkunde offiziell am 1. Dezember 2016 in Lübeck unterzeichnet. Dabei waren Bundessozialministerin Andrea Nahles, Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit, die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Präses Annette Kurschus und Erzbischof Dr. Stefan Heße aus Hamburg in Vertretung für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx. Diesem Akt voraus gingen langwierige Verhandlungen an einem Runden Tisch mit Vertretern aus dem psychosozialen Bereich, darunter auch der Fachreferent des BDP, Dipl.-Psych. Fredi Lang. Menschen, die in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. 1949 bis 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Psychiatrie, der öffentlichen Erziehung sowie in Strafanstalten und Heimen durch sexuellen Missbrauch und Gewalt unsägliches Leid erlitten haben, bekämen durch die Stiftung endlich die Anerkennung und finanzielle Unterstützung, die ihnen zustehe, sagte Bundessozialministerin
Andrea Nahles. Mit der Beteiligung am Hilfesystem würden Bund, Länder und Kirchen ihrer Aufgabe nachkommen, Leid und Unrecht an hilflosen Menschen transparent zu machen und ihren Beitrag
auf allen Ebenen zur Bewältigung und Aufarbeitung zu leisten. Sozialministerin Kristin Alheit legte Wert darauf, neben Gewalt und Missbrauch auch das Thema Medikamentenversuche zu beleuchten. Präses Annette Kurschus sprach von Scham über das Geschehene in der evangelischen Kirche und in der Diakonie; sie bat die Betroffenen um Vergebung. Sie verlangte auch einen Ausbau des Hilfesystems, um den heute noch vorhandenen Folgewirkungen des Missbrauchs begegnen zu
können. Erzbischof Dr. Stefan Heße bemängelte rückblickend, dass die kirchlichen Organisationen und Verantwortlichen ihrem christlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen zu helfen, sie zu fördern und ihre Würde zu schützen, nicht entsprochen hätten. Er bedauere die ausgeübte physische, psychische und sexuelle Gewalt zutiefst.

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