Leistungsentfaltung vs. Selbstausbeutung

Interview mit dem Coach Dr. Karl Kubowitsch

 

Wie sehr hängt der Erfolg zum einen von den angewandten Verfahren und Methoden und zum anderen vom Anwender und seiner Qualifikation ab?

Beides ist wichtig. Noch immer glauben viele Menschen, in Deutschland sei alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ungefährlich. Der Gesetzgeber setzt aber viel Vertrauen in die Kritikfähigkeit von Bürgern und in deren verantwortungsbewusste Entscheidungen. Coaching ist kein geschützter Begriff. Auch die Anwendung von Biofeedback ist außerhalb der Heilkunde nicht geregelt, d.h. es bedarf keines Zertifikats und erst recht keines Psychologiestudiums, um damit auf dem Markt aufzutauchen.

Risiken entstehen insbesondere, wenn Techniken der Optimierung losgelöst vom Rahmen einer fundierten Intervention angewendet werden, d. h. ohne Begleitung, oder mit Begleitung durch nicht ausreichend qualifizierte Personen (z. B. sog. Mental-Trainer). Der große Vorteil, wenn man mit einer Psychologin oder einem Psychologen arbeitet, ist die Professionalität im Umgang mit Verfahren und Methoden. Das beginnt bei der Vereinbarung konkreter kurz-, mittel- und langfristiger Ziele mit dem Klienten und der erwähnten Werteklärung. Was hilft es einem Menschen, sich so zu optimieren, dass er zwar perfekt zur neuen Aufgabe passt, damit aber seinen wahren Zielen und Werten widerspricht?

Er strengt sich an, um auf der Leiter des Erfolgs nach oben zu kommen und muss später eventuell feststellen, dass die Leiter am falschen Gebäude stand. Was hilft es, einem Spitzensportler mit verschiedenen Techniken die Angst vor einem neuerlichen Sturz zu nehmen, wenn er in Wahrheit lieber aufhören und seinem Leben eine andere Richtung geben würde?

Fundierte kognitiv-verhaltensorientierte Vorgehensweisen im Coaching zielen nicht auf vordergründige Optimierung ab. So wird vermieden, dass Coaching in den manipulativen, ggf. auch selbstmanipulativen oder selbstausbeuterischen Bereich abgleitet.

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