Es gibt viel zu tun

Welche Chancen haben die Kinder armer Familien in unseren Schulen?

In Deutschland leben laut jüngsten Erhebungen mehr als zwei Millionen Kinder in Armut und sind auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Das sind trotz anhaltenden Aufschwungs 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Was Armut und andere Benachteiligungen aus schulpsychologischer Sicht bedeuten,
beschreiben die Schulpsychologen Lothar Dunkel und Klaus Seifried mit unterschiedlichen Nuancierungen.

Schule ist in vielfältiger Form ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der sie ihre Aufgaben wahrnimmt. Und so wie Reichtum oder Armut die individuellen Chancen von Menschen auf anderen Gebieten beeinflussen, wirken sie sich auch in der Schule aus. Die schulpsychologische Praxis belegt den Einfluss von Geld auf die Chancen von Kindern in der Schule. Das sollte sich bereits vor vielen Jahren mit der Abschaffung von Schulgeld und der Bereitstellung von Schulbüchern und Materialien ändern; geschehen ist das nicht, auch wenn es zunächst einen wichtigen Schritt in Richtung Chancengleichheit bedeutete. Aber reicht das? Können wir damit zufrieden sein? Ist es vielleicht an der Zeit, den Einfluss des häuslichen Geldes auf das Fortkommen des einzelnen Kindes neu in den Blick zu nehmen und zu entscheiden, ob die Finanzierung aller Aspekte von Schule dem entspricht, was wir gesamtgesellschaftlich wollen?

Es geht um mehr als nur Geld

Geld ist nur eine Kurzformel für das, was die schulischen Chancen eines Kindes stark mitentscheidet. Selbstverständlich sind schulische Erfolge wahrscheinlicher, wenn von der Familie qualitativ hochwertige Materialien für das Kind gekauft werden können – Malstifte, Schreibutensilien, Hefte, Papier, Ordner, Sportsachen, Musikinstrumente
etc.. Aber Familien mit wenig Geld können ihren Kindern auch indirekt wirksame Unterstützungen für die schulische Entwicklung nicht in dem Maße zukommen lassen wie Familien mit mehr Geld – ich denke an Bücher, Reisen, kulturelle, sportliche oder andere gesellschaftliche Veranstaltungen. Es sind aber genau diese Erfahrungen, die es Kindern ermöglichen bzw. mindestens erleichtern, die schulischen Anforderungen zu bewältigen.

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