Längst überfällig - jetzt Uni-Realität

Ein wichtiges und gesetzlich verankertes Ziel von Hochschulstudien besteht darin, dass die Absolventen nach Abschluss des Studiums eine qualifizierte Erwerbstätigkeit aufnehmen können. Dass dazu auch Kenntnisse (im Idealfall berufsfeldbezogene Kenntnisse) der sich ständig verändernden Arbeitswelt gehören, begreifen immer mehr Hochschulen. Absolventen begreifen das auch, aber leider oft erst, wenn sie einen Arbeitsvertrag mit vielen Paragrafen lesen und nur teilweise verstehen oder ihre Unerfahrenheit irgendwo ausgenutzt wurde.

Mehrere Universitäten und Hochschulen haben seit 2015/2016 erste gute Erfahrungen mit einem Modulangebot »Kompetenzen für die Arbeitswelt« (KofA) gemacht, das von einem bildungspolitischen Arbeitskreis der Gewerkschaft ver.di unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Thomas Haipeter (Universität Duisburg-Essen) und Dr. Kerstin Budde (New York University, Berlin) entwickelt wurde.

Renate Singvogel, Bereichsleiterin Bildungs- und Hochschulpolitik bei ver.di, beschreibt das didaktische Konzept so: »Mit dem Modul ›Arbeitsbeziehungen in Deutschland – Kompetenzen für den Arbeitsmarkt‹ sollen Studierende auf ihre Erwerbstätigkeit vorbereitet werden. Das Modul umfasst die Grundlagen der Arbeitsbeziehungen, des Arbeitsrechts und arbeitspolitische Entwicklungstrends.« Auf Nachfrage versichert sie, es gehe nicht um ein Training für künftige Betriebsräte. »Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen zu vermitteln, mit deren Hilfe Studierende später die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt, ihre künftige Situation als Erwerbstätige oder auch Selbstständige und die sie betreffenden Herausforderungen am Arbeitsmarkt verstehen, reflektieren und Handlungsoptionen entwickeln können.«

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