Begabt und verkannt?

Talente junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichten

Die Bildungsbeteiligung zu stärken, die Bildungserfolge auszuweiten und diskriminierende Praktiken gegenüber Personen mit Zuwanderungsgeschichte auszuräumen, ist zu Recht eine der vordringlichen bildungspolitischen Aufgaben. Denn die Herstellung gleicher Bildungschancen und Potenzialverwirklichung ist keine marginale, sondern eine entscheidende ethische
und sozialpolitische Aufgabe, die nicht obsolet geworden ist.

Fokussierung auf den Förderbedarf

Gegenwärtig hat in der Bundesrepublik mehr als jedes dritte Kind unter fünfzehn Jahren einen Migrationshintergrund. In den westdeutschen Ballungsgebieten ist dieser Anteil sogar noch höher. Gleichzeitig ist es schon zur Gewohnheit geworden, diese Gruppe stets entlang ihrer Defizite, ihres zusätzlichen Förderbedarfes zu thematisieren. Gedanken, die sich als Erstes aufdrängen,
sind: Wie können wir bzw. die Bildungseinrichtungen kompensieren, was die Kinder vom Elternhaus nicht oder zu wenig bekommen? Was fehlt ihnen, was einheimische Kinder stärker mitbringen? Warum bleibt die Schere des Bildungserfolges zwischen Einheimischen und Zugewanderten nach wie vor offen? Nur sehr langsam dringt aber auch die Einsicht durch, dass unter diesen zunächst nur als förderbedürftig Wahrgenommenen auch außergewöhnlich Talentierte, sogar Hochbegabte gibt, die sich nicht nur der Lehrerwahrnehmung in der Schule, sondern auch dem gesellschaftlichen
Diskurs über kulturelle Vielfalt im Alltag entziehen (Stamm, 2009; Uslucan, 2011).

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