Ratgeberliteratur

Zum Sinn und Unsinn des Do-it-yourself-Prinzips bei der Selbstbehandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen

Ratgeberliteratur liefert ratsuchenden Menschen seit Beginn der Aufklärung und gesteigert ab dem späten 19. Jahrhundert Orientierung in Sinnfragen und lebenspraktischen Angelegenheiten zur Selbstbehandlung (Eichenberg & Moritz, 2010). Der Erfolg dieses Buchgenres hängt einerseits mit der stetigen Verwissenschaftlichung der Lebensführung und andererseits auch mit der Expansion des Taschenbuchmarktes zusammen. Rund jedes dritte verkaufte Buch kann als Ratgeber bezeichnet werden. Somit zählen diese mit 13,7 Prozent zu den umsatzstärksten Sachbüchern auf dem Markt. Insbesondere im gesundheitspsychologischen Bereich erfreuen sich Ratgeber und Selbsthilfebücher großer Beliebtheit, da sie eine kostengünstige, bequeme und weniger stigmatisierende Alternative zur professionellen Psychotherapie darstellen (Redding, Herbert, Forman & Gaudiano, 2008).
Die große Vielfalt im Bereich der Ratgeberliteratur hinterlässt in den Ratsuchenden oftmals aber eine noch größere Ratlosigkeit bezüglich der Wahl und Qualität des Angebots. Um sich der Frage nach der Sinnhaftigkeit von Ratgebern zu nähern, ist es zunächst hilfreich, diese in unterschiedliche Dimensionen zu gliedern (Grahlmann & Linden, 2005). Die folgende Unterteilung ist zudem vor allem im gesundheitspsychologischen Bereich sinnvoll, um sowohl die verschiedenen Materialien als
auch den unterschiedlichen Gebrauch dieser Literatur im Bereich der Selbstbehandlung voneinander zu differenzieren (Eichenberg, 2007).

Fiktionales versus didaktisches Material
Sowohl fiktionales als auch didaktisches Material kann bei den Leserinnen und Lesern  salutogenetische Prozesse in Gang setzten. Bei fiktionalen Texten werden kathartische Prozesse durch die Identifikation mit der literarischen Figur angestoßen, was zu neuen Einsichten über die eigene Realität führen kann und damit zur persönlichen Entwicklung der Leserinnen und Leser
beiträgt (Silverberg, 2003). Didaktische Texte dienen hingegen der Informationsvermittlung, dem besseren Problemverständnis, der Verbesserung der Kooperationsfähigkeit in der Psychotherapie sowie der Förderung von Selbsthilfepotenzialen. Dabei sind Ratgeber für Patientinnen und Patienten von Selbsthilfemanualen zu unterscheiden.

Lesen Sie den gesamten Artikel in unserer April-Ausgabe.

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