Telematik-Infrastruktur

Hintergründe und Implikationen

Die Grundlagen für die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) sind im »Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)« geregelt.
Dieses trat am 29. Dezember 2015 in Kraft. In diesem Gesetz sind nicht nur die geplanten Inhalte formuliert, sondern auch ein Zeitplan, bis wann welche Schritte umgesetzt sein sollen und welche Konsequenzen aus einer Nichtumsetzung folgen. Die gematik (Gesellschaft für  Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH), eine von Selbstverwaltungspartnern im Gesundheitsweisen gegründete Gesellschaft, und die Industrie wurden mit der Umsetzung beauftragt. Da die technische Realisierung länger dauerte als vom Gesetzgeber geplant, wurden Fristen immer wieder nach hinten verschoben. Aktuell sollen bis Ende 2018 alle Praxen an das
Telematik-Netzwerk angeschlossen werden und erste Funktionen nutzen können.

Akteure des Gesundheitssystems vernetzen
Ziel ist es, Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Akteure des Gesundheitssystems  miteinander zu vernetzen. Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und der Telemedizin sollen weiter ausgebaut werden. Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sieht der »Fahrplan « wie folgt aus:
— Ein modernes Stammdatenmanagement (Online-Prüfung und Aktualisierung von  Versichertenstammdaten) soll für aktuelle Daten in ärztlichen Praxen sorgen und vor  Leistungsmissbrauch schützen.
— Sobald die Online-Strukturen in den Praxen eingeführt sind, soll damit begonnen werden,
medizinische Notfalldaten auf Wunsch der Versicherten auf der elektronischen Gesundheitskarte
zu speichern. Damit sind wichtige Informationen über bestehende Allergien oder Vorerkrankungen im Ernstfall schnell verfügbar.
— In weiteren Stufen soll der Medikationsplan auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar
sein. (Aktuell haben bereits Menschen, die drei oder mehr Arzneimittel verordnet bekommen, einen Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform.)
— Das E-Health-Gesetz soll auch die Weichen für den Einstieg in die elektronische Patientinnenbzw.
Patientenakte stellen. Dazu sollen die Daten der Patientinnen und Patienten (ärztliche Befundberichte, Notfalldaten, Daten zur Medikation) in einer elektronischen Patientinnen- bzw. Patientenakte oder in einem Patientinnen- bzw. Patientenfach für diese bereitgestellt werden. Patientinnen und Patienten sind dann in der Lage, die Behandelnden über ihre wichtigsten Gesundheitsdaten zu informieren.
— Langfristig soll sichergestellt werden, dass die verschiedenen IT-Systeme auch miteinander kommunizieren können, um Anwendungen, wie zum Beispiel die Telemedizin und die Verwendung von elektronischen ärztlichen Befundberichten, in die Fläche zu bringen. Die gematik soll dies mittels eines Interoperabilitätsverzeichnisses gewährleisten, das die von den verschiedenen IT-Systemen im Gesundheitswesen verwendeten Standards transparent macht. Neue Anwendungen sollen nur
noch dann aus den Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert werden, wenn die Vorgaben des Interoperabilitätsverzeichnisses berücksichtigt werden.

Lesen Sie den gesamten Artikel in unserer April-Ausgabe.


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