Psychosoziale Erstberatung als Erfolgsmodell

Ein Erfahrungsbericht

Psychische Belastungen – gleichgültig, ob beruflich oder privat – und die daraus gegebenenfalls  entstehenden Erkrankungen führen Statistiken zufolge zu immer mehr Fehltagen. Sie werden nicht zuletzt deshalb von Arbeitgebenden heute ernster genommen als noch vor zehn Jahren. Letztere sind zunehmend bereit, im Sinne der psychischen Gesundheit und Arbeitszufriedenheit ihrer Beschäftigten zu handeln und damit deren Lebens- und Arbeitsqualität zu erhöhen.

Gelebte Kooperation
Diese Chance haben die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Hochschule für Musik und die Stadt Detmold genutzt und mit Unterstützung der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen eine psychosoziale Erstberatungsstelle eingerichtet. Das war 2015. In einer Mitteilung an die Beschäftigten schrieben die Kooperationspartner seinerzeit: »Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben durch die aktive Suche nach Partnern diese Kooperation ins Leben gerufen, die es uns ermöglicht, Ihnen ein geeignetes betriebliches Angebot für einen ersten Einstieg in die Auseinandersetzung mit psychisch belastenden Themen zu bieten.« Die seitdem gesammelten Erfahrungen machen das ursprünglich
auf zwei Jahre begrenzte Detmolder Projekt zu einem nachahmenswerten Modell für Einrichtungen mittlerer Größe, die etwas für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden tun wollen. Den Initiatoren war es seinerzeit wichtig, die für das Projekt eingerichtete Stelle mit einer Diplom-/Master-Psychologin bzw. einem Diplom-/Master-Psychologen mit Feld- und Fachkompetenz zu besetzen. Ich bewarb mich, wurde eingeladen und am Ende gefragt: »Möchten Sie mit uns dieses Experiment wagen?« Das habe ich bejaht. Neugier, Zuversicht, Erwartungen – von all dem war etwas dabei, als wir gemeinsam dieses Neuland betraten.

Das erste Jahr
Wir bewarben das Angebot unter anderem mit Flyern für die Mitarbeitenden aller beteiligten Institutionen. Trotzdem dauerte es einige Zeit, bis sich das Wissen um die Existenz und den Zweck der Erstberatungsstelle verbreitete. Ich erhielt die Gelegenheit, mich in Gremien oder Personalversammlungen vorzustellen. Mit einem Workshop zum Thema »Glück und Arbeit« sowie
einem Vortrag zum Thema »Rücken und Psyche« wurde die Tür weiter geöffnet. Auf diese Weise konnten sich die Beschäftigten einen persönlichen Eindruck von dem Angebot bzw. der Person machen, mit der sie es zu tun haben würden, wenn sie Beratung bräuchten. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten die Chance zeitnah, bei anderen musste der Entschluss reifen: »Ich hatte den Flyer lange auf meinem Schreibtisch, bevor ich mich endlich dazu entschloss, das Angebot wahrzunehmen«, verriet mir einer der Interessenten.

Lesen Sie den gesamten Artikel in unserer September-Ausgabe.

Report Psychologie September 2018 bestellen

Zurück