Das Transferproblem bei der Vermittlung autoinstruktiver Entspannungsverfahren in Therapie und Prävention

Zusammenfassung
Informiert wird über Drop-out- und Transferquoten bei Einführungen in autoinstruktive Entspannungsmethoden (wie autogenes Training, progressive Relaxation etc.) sowie Möglichkeiten zur Optimierung eines positiven Transfers der Entspannungsübungen in den Lebensalltag. In modernen Prozessmodellen wird Transfer nicht statisch, sondern dynamisch konzipiert und ist daher nicht erst gegen Kursende, sondern von Trainingsbeginn an kontinuierlich und adaptiv zu thematisieren und zu fördern, um konzeptuelle und behaviorale Veränderungen (conceptual change) zu initiieren, aufzubauen und langfristig zu erhalten. Angesprochen werden (1) Aspekte des Lernprozesses und der Konsolidierung zur Vorbereitung des Transfers, (2) der Transfer der Übungen in den Lebensalltag, (3) Korrelate von positivem Transfer versus Null-Transfer und transferfördernde Randbedingungen. Konkrete Hinweise für die Transferförderung und Reduktion von Drop-outs bei der Vermittlung autoinstruktiver Entspannungsmethoden in Prävention und Therapie werden gegeben.

Einleitung

Autoinstruktive Entspannungsmethoden wie die Grundstufe des autogenen Trainings (AT), die progressive Relaxation (PR) und Methoden der Atemrhythmisierung werden in Prävention und Therapie (dort zumeist als Vor-, Begleit- oder Nachbehandlung; Krampen, 2013) vermittelt und zielen auf den positiven Transfer der Entspannungsübungen in den Lebensalltag der Teilnehmenden. Im Unterschied zu heteroinstruktiven Entspannungsverfahren vermeiden autoinstruktive die Verwendung von »Entspannungs«-Tonträgern und Heterosuggestionen, um eine Konditionierung der  Entspannungsübungen an solche Hilfsmittel zu vermeiden. Zielsetzung ist die Kompetenz der Teilnehmenden, die Entspannungsübungen autonom in vielen unterschiedlichen Lebenssituationen und -bereichen effizient und effektiv, also mit stabilen und generalisierten körperlichen, mentalen und psychischen Entspannungs- und Distanzierungswirkungen, durchführen zu können. Im Folgenden stehen AT und PR im Fokus, da für sie die Befundlage breit und positiv, das heißt ihre Wirksamkeit empirisch gut abgesichert ist (Metaanalysen von Carlson & Hoyle, 1993; Stetter & Kupper, 2002; Überblick Krampen, 2013).

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