Onboarding

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter integrieren

Zusammenfassung
Das Onboarding (bzw. die Integration) neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist eine Kernaufgabe der
Personalpsychologie. Es beschreibt den Prozess der Aufnahme und längerfristigen Integration neuer Mitarbeitender in ein Unternehmen. Fünf Modellvorstellungen bzw. Ziele des Onboardings werden unterschieden: Fehler und Unfälle vermeiden, Lernprozesse initiieren und beschleunigen, Passung und Commitment stärken, Rolle und Identität der neuen Mitarbeitenden klären und Stress vermeiden bzw. bewältigen. Hieraus ergeben sich proximale (zum Beispiel Lernerfolge, Rollenklarheit, geringe Beanspruchung) und distale (zum Beispiel Commitment, geringe Fluktuationsneigung) Erfolgskriterien
der Integration neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem werden fünf exemplarische Maßnahmen
beschrieben: die Integration durch Vorgesetzte, Schulungs- und Traineeprogramme sowie Patensysteme
und Mentoring, die mit Hilfe der Zielkriterien diskutiert und bewertet werden können. Abschließend werden die Einordnung von On boarding-Maßnahmen in die Strategie des Unternehmens sowie Grenzen des Onboardings diskutiert.

Einleitung
Der Begriff »Onboarding« hat sich in der Praxis durchgesetzt, um den Prozess der Aufnahme und längerfristigen Integration neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein Unternehmen zu beschreiben. Onboarding – also »An-Bord-Nehmen« neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – verweist darauf, dass etwas mit den Mitarbeitenden geschieht und organisationale Einarbeitungs- und Integrationsmaßnahmen stattfinden. Die Bezeichnung macht zudem deutlich: Die Umgebung ändert sich, bisherige Erfahrungen haben nur begrenzten Wert. Es gibt klare Grenzen, man kann »das Schiff« nicht so einfach wieder verlassen, es gibt ein Regelwerk und eine spezielle Kultur. Nicht zuletzt gibt es klare Positionen, die neu aufgenommene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchlaufen (vergleiche etwa die traditionelle
Unterscheidung von Schiffsjunge, Jungmann, Leichtmatrose, Vollmatrose). Mit den hier verwendeten Begriffen »Onboarding« und »Integration neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter« als Tandem wird zum Ausdruck gebracht, dass es um länger andauernde Prozesse geht. Onboarding und Integration gehen über eine (kurzfristige) Einarbeitung und insbesondere eine (informelle) Orientierung hinaus. Diese Aufnahme ist nicht nur formaler Natur, dass also die Mitgliedschaft festgestellt wird, sondern sie bedeutet auch eine Standortbestimmung. Es gilt, die eigene Rolle zu finden und soziale Beziehungen aufzubauen. In der Hauptsache geht es darum, dass sich Individuen in ein neues System erfolgreich integrieren. Dies kann
auch bedeuten, dass es dem Individuum gelingt, jene Systeme zu verändern oder zumindest dazu zu bringen, Eigenarten des Individuums zu akzeptieren.

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