Qualität muss in der Psychotherapieausbildung an erster Stelle stehen

Der Entwurf zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes weist deutlichen Nachbesserungsbedarf auf. Die ursprünglichen Ziele sind noch nicht erreicht.

Dass eine Novellierung des Psychotherapeutengesetzes erforderlich ist, wurde schon mehrfach berichtet. Nun
liegt der Gesetzentwurf vor. Nachdem das Kabinett den Entwurf am 27. Februar 2019 gebilligt hat, soll die erste Lesung im Bundestag und Bundesrat noch im Frühjahr 2019 stattfinden. Das Gesetz soll 2020 in Kraft treten. Der BDP begrüßt die darin enthaltene bundeseinheitliche Zugangsregelung zur Psychotherapieausbildung. Das Problem der Bezahlung der in der Aus- und Weiterbildung Befindlichen wurde aufgegriffen, jedoch nur unzureichend gelöst. Dies ist nicht hinnehmbar.

Korrekt ist im Entwurf vermerkt, dass Psychotherapie ein attraktives und anspruchsvolles Berufsfeld darstellt. Es ist jedoch höchst fragwürdig, ob durch den vorliegenden Gesetzentwurf die Versorgung der Bevölkerung verbessert werden wird. An der Qualität der bisherigen Ausbildung war bis auf die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Zugangsregelungen wenig auszusetzen. Das quantitative Argument einer Überversorgung ist nicht nachvollziehbar. Im ambulanten Sektor ist der Bedarf an Psychotherapie sehr groß. Die fehlenden Kassenzulassungen sind das Nadelöhr. Auffällig ist, dass das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) trotz deutlicher Kritik am Referentenentwurf im Gesetzentwurf an dessen Kernpunkten festhält. Mit den vorgenommenen Veränderungen wird primär Forderungen der Verbände der Ärztinnen und Ärzte Rechnung getragen. Eine Ausnahme bildet der Verzicht auf Modellstudiengänge, die auch von der Mehrzahl der Psychotherapieverbände und dem BDP kritisiert wurden. Einer der maßgeblichen Kritikpunkte, die unzureichende Bezahlung der in der Ausbildung Befindlichen, wird nur für die stationäre Phase der Weiterbildung verbessert. Während der praktischen Phase in Kliniken soll eine sozialversicherungspflichtige Anstellung erfolgen.
In der ambulanten Phase sind keine Verbesserungen vorgesehen.

Risiken und Nebenwirkungen
Die Qualität der Ausbildung muss die handlungsleitende Maxime sein, wenn es um Gesundheit geht. Sie
darf nicht dem Profilierungsstreben einzelner politisch Verantwortlicher geopfert werden.

Lesen Sie den gesamten Artikel in unserer Mai-Ausgabe.


Report Psychologie Mai 2019 bestellen

Zurück