Von Erziehungsstilen zu Erziehungskompetenzen

Zusammenfassung
Erziehungsstile werden in der Erziehungsberatung, der Diagnostik und der Erziehungshilfe genutzt, um das Verhalten von Eltern zu beschreiben und zu kategorisieren. Das Konzept geht dabei als Trait-Ansatz von einer situationsübergreifenden und zeitstabilen Disposition aus, in unterschiedlichen Erziehungssituationen funktionale bzw. dysfunktionale Verhaltensweisen zu zeigen. Im Rahmen einer stärkeren Kompetenzorientierung in der Beratung und Unterstützung elterlichen Erziehungsverhaltens wird im vorliegenden Artikel dargestellt, welche Kompetenzmuster in den verschiedenen Erziehungsstilen ausgeprägt sind. Damit ist es möglich, sowohl in der Diagnostik von elterlichen Erlebens- und Verhaltensweisen als auch bei Planung und Durchführung von Interventionen eine hohe Transparenz sicherzustellen und die Lerngelegenheiten individuell an die Bedürfnisse der hilfesuchenden Eltern anzupassen.

Einleitung
Psychologinnen und Psychologen, Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Gutachterinnen und Gutachter stehen immer wieder vor der Frage, wie sie die Erziehungsfähigkeit von Eltern beschreiben oder diagnostizieren sollen. Als Minimalkonsens hinsichtlich der Erziehungs- und Entwicklungsziele für Kinder und Jugendliche wird in § 1 des Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzes (KJHG) formuliert: »Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.« Auch wenn immer wieder neu konkretisiert werden muss, worin sich »Eigenverantwortlichkeit« und »Gemeinschaftsfähigkeit« zeigen und was darunter im Einzelnen zu verstehen ist, so ist hier eine grundsätzliche Übereinstimmung aller am Erziehungsgeschehen Beteiligten zusammengefasst.

Der vorliegende Beitrag entwickelt das Konzept der Erziehungsstile weiter, indem eine kompetenzorientierte Analyse der Handlungsmuster beschrieben wird. Diese Sichtweise ermöglicht es, Erziehungsverhalten und Erziehungsleistungen transparent zu beschreiben und zu bewerten. Mit der Unterscheidung von performanzorientierter und introspektionsorientierter Betrachtung soll darüber hinaus eine ressourcenorientierte Perspektive auf die psychoedukative Begleitung von Familien vorgestellt werden.

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