Evaluation einer medienpädagogischen Intervention in der Schule

Hinterfragen von Schönheitsidealen und Stärken des Körperbilds

Zusammenfassung
Basierend auf Ergebnissen vorangegangener Studien wurde eine medienpädagogische Arbeitssequenz mit
Inhalten und Methoden der Gesundheitserziehung und Sexualpädagogik erarbeitet, welche Jugendliche aufklären und beim Aufbau einer kritischen Medienkompetenz unterstützen soll. Die konzipierte Unterrichtssequenz zeigte keine signifikanten Auswirkungen auf die Körperzufriedenheit der
Schülerinnen und Schüler. Bei genauerer Betrachtung der Mittelwerte zeigten sich jedoch tendenzielle Unterschiede in der Beurteilung der Wunschfigur zwischen der Kontroll- und der Experimentalgruppe. Die weiblichen Silhouetten wurden sowohl von den Mädchen als auch von den Jungen in der Experimentalgruppe im Nachtest weniger kritisch bewertet als in der Kontrollgruppe. Auch bei der Körperzufriedenheit ist eine Tendenz festzustellen. Es gibt geringfügige Verbesserungen sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen in der Experimentalgruppe. Es kann hier davon ausgegangen werden, dass die Thematisierung und Diskussion der unterschiedlichen Wünsche und Erwartungen an das andere Geschlecht in der Arbeitssequenz geringfügige Effekte gezeigt haben.

Einleitung
Der erhöhte Medieneinfluss trägt maßgeblich zur Verbreitung eines aktuellen Körperbilds bei, welches den
Rezipientinnen und Rezipienten ein unrealistisches und ungesundes Bild des weiblichen und auch des männlichen Körpers vermittelt sowie Druck aufbaut, diesem zu entsprechen (Dolan, 1996; Howald, Gmeich & Petersell, 2018; Stahr, Barb-Priebe & Schulz; 2003). Dieser soziokulturelle Einfluss ist neben biologischen, familiären und individuellen Faktoren eine der Entstehungsbedingungen für Körperbildstörungen, die gegebenenfalls auch zu Essstörungen führen können (Brunner & Resch, 2015;
Stronski, 2018). Die Effekte massenmedialer Vermittlung von Schönheitsidealen in der Schule zum Thema zu machen, ist daher von großer Bedeutung. Ziel dieser Studie war es, ein Curriculum zu erstellen und
zu evaluieren, welches Pädagoginnen und Pädagogen einen Leitfaden, Ideen und Materialien liefert, die eine
Erörterung des Themas im Unterricht der verschiedenen Schulstufen erlaubt (vergleiche Dannigkeit, Köster & Tuschen-Caffier, 2005; Dannigkeit, Köster & Tuschen-Caffier, 2007; Raabe, 2004; Waldheim-Auer, 2004).

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