Psychologie in der zukunft

ber Gleichbehandlungsausschuss des BDP veranstaltete im Frühjahr einen Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler zum Thema »Vision – Psychologie in der Zukunft«, der mit einem Preisgeld von 500 Euro dotiert war. Die im Wettbewerb eingegangenen Essays zeigten einen Grad an Reflexionsvermögen und Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und sich daraus ergebenden Potenzialen für die Psychologie, die für solch junge Leute beeindruckend ist. Durch die differenzierte Betrachtungsweise wurden Perspektiven aufgezeigt, die über das hinausgehen, was in der Psychologie als Mainstream etabliert ist, sodass die Entscheidung für eine Gewinnerin bzw. einen Gewinner schwerfi el. Auf dem Tag der Psychologie am 20. September 2019 in Berlin wurde Esther Theresia Büscher für ihren herausragenden Essay mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Ebenfalls vor Ort geehrt wurde Kimia Niazkar, die den dritten Platz erreichte. Senta Gehrig, die den zweiten Platz belegte, konnte leider nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Die
Buchpreise wurden vom Springer Verlag zur Verfügung gestellt. Der Siegerbeitrag wird hier in Auszügen veröffentlicht.


Schon heute
von Esther Theresia Büscher

»Und wie kann ich die Zukunft erahnen? Durch die Zeichen der Gegenwart. In der Gegenwart liegt
das Geheimnis; wenn du der Gegenwart Beachtung schenkst, dann kannst du sie verbessern. Und wenn du sie verbessert hast, dann wird das Nachfolgende auch besser sein.« – »Der Alchimist«, Paulo Coelho

Die Zukunft – was zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts noch eine abstrakte Vision war, die wundersame Entwicklungen wie fliegende Autos und Hotels auf dem Mars umfasste, so ist die Zukunft heute zu etwas Ungewissem geworden, zu einer Zeit, die, je näher sie rückt, immer größeres Unbehagen auslöst. Eine Frage, die sich Menschen in meinem Alter dabei oft stellen, ist, ob es überhaupt eine lebenswerte Zukunft für uns geben wird. Der Klimawandel scheint unaufhaltbar, die Frustration über die Untätigkeit der politischen Entscheidungsträger wächst, und die Angst vor den möglichen Konsequenzen für unseren Planeten ist allgegenwärtig.

Psychologie ist heute einer der beliebtesten Studiengänge. Angesichts der Tatsache, dass vermutlich viele der zukünftigen Studierenden auf den »Fridays For Future«-Demonstrationen anzutreffen sind, könnte man das fast schon verwunderlich finden. Warum studiert man nicht Physik? Welche Rolle kann die Psychologie in einer Zukunft mit »wichtigeren Problemen« als dem menschlichen Denken und Verhalten überhaupt noch spielen? Eins ist klar: Die Psychologie wird nicht die Welt retten, egal, welche technologischen Innovationen und wissenschaftlichen
Erkenntnisse noch auf uns zukommen. [...]

In diesem Essay möchte ich daher auf die besondere Rolle eingehen, welche die Psychologie in der auf uns zukommenden Zeit einnehmen könnte. Diese besteht für mich ganz klar darin, dass sich Psychologinnen und Psychologen in allen Bereichen, in denen ihre Expertise gefordert ist, mehr einbringen und ja, sogar einmischen sollten. […] Psychologinnen und Psychologen können auf diesem Weg in die Zukunft eine enorme Verantwortung übernehmen, und zwar sowohl für den einzelnen
Menschen als Individuum als auch für die gesamte Gesellschaft als Gemeinschaft dieser Individuen. [...]

Lesen Sie eine gekürzte Version des Artikels in unserer November/Dezember-Ausgabe oder den gesamten Beitrag auf der BDP-Website.

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