Curt Werner Bondy: BDP-Mitbegründer, BDP- Vorsitzender (1961–1968) und Psychologieprofessor in Hamburg

Zusammenfassung
Curt Werner Bondy (1894–1972) war ein deutsch-jüdischer Psychologe, der verschiedene Fachkonzepte für die persönliche und professionelle Reflexion und Entwicklung im Leben begründete. Seine Biografie zeigt viele ernste und existenzielle Herausforderungen. Aber seinem großen Engagement für die Psychologie und die soziale Arbeit blieb er, entgegen allen Widerständen, loyal verbunden. Er war einer der wenigen Emigranten, die nach 1945 wieder eine wissenschaftliche und angewandte Psychologie in Deutschland aufbauten. Der Artikel beschreibt für sein Leben – wie auch für den BDP und die DGPs – bedeutsame Stationen.

Einleitung
Nur noch verhältnismäßig wenigen der heutigen Psychologinnen und Psychologen ist Curt Werner Bondy bekannt. Dabei hat er wie kaum ein anderer nach 1945 dazu beigetragen, dass die Psychologie in Deutschland sich zu berufsethischen Richtlinien (BDP/DGPs, 2016) bekennt und das professionelle Handeln danach ausgerichtet wird. Es gelang ihm dadurch, den von ihm gelebten
Humanitätsgedanken verstärkt in die Psychologie hineinzutragen und zu aktualisieren.

In seiner »Einführung in die Psychologie« ließ Curt Bondy erkennen, wie wichtig das professionelle Interesse am Menschen ist: »Man kann nicht erziehen, wenn man nicht über das Objekt der Erziehung, vor allem das Kind und den Jugendlichen, Bescheid weiß« (Bondy, 1971, S. 17). Wie ein Leitsatz stand diese Erkenntnis über dem Leben und Wirken von Curt Bondy, da er zumeist mit jugendlichen Strafgefangenen und später mit jungen Erwachsenen in fachspezifischer Ausbildung und Studium arbeitete.

Datenbanken wie »Krimpedia« führen Curt Werner Bondy mit seinem Spitznamen »Cubo« (Krimpedia-Bearbeiter, 2017)1. Auch in der Online-Datenbank »Wikipedia « findet sich ein umfassender Beitrag über ihn. Beide Online-Artikel geben die wichtigsten Lebensstationen Curt Bondys und seine Pionierleistungen wieder, legen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte bei der Einschätzung seiner Bedeutung für die unterschiedlichen professionellen Kontexte. Weniger bekannt ist unter Psychologinnen und Psychologen, wie Curt Bondy die NS-Zeit überlebte und wie er in dieser Zeit seine fachliche Expertise in die Emigrationsnöte integrierte. Im Folgenden werden diese Aspekte von Leben und Werk Curt Bondys und zentrale Lebensstationen vorgestellt.

Lesen Sie den gesamten Fachartikel in unserer Februar-Ausgabe.

Report Psychologie Februar 2020 bestellen

Zurück