Alles im Fluss?

Eine aktuelle Studie beleuchtet die Zusammenhänge zwischen der Identifikation mit dem Unternehmen, dem Flow-Erleben und dem psychischen Wohlbefinden von Mitarbeitern.

Es gibt Tage, da macht die Arbeit Freude und geht leicht von der Hand – und die Arbeitszeit vergeht wie im Flug. Wenn jemand auf so angenehme Weise in seine Tätigkeit vertieft ist und das Gefühl hat, in dieser aufzugehen, bezeichnet die Psychologie dies als ein „Flow-Erlebnis“. Und – keine Frage – dieses sollte sich positiv auf die Arbeitsleistung auswirken. Psychologen am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund ergründeten nun, wie wichtig Flow-Erleben auch für die Gesundheit von Mitarbeitern ist.

Flow als Verbindungsglied zwischen Identifikation und Gesundheit?

Vorangegangene Studien hatten belegt, dass eine starke Identifikation mit dem Unternehmen das psychische Wohlbefinden fördert und die negativen Auswirkungen von Stress abschwächt. Unklar war bisher jedoch, welche Mechanismen diesem Effekt zugrunde liegen. Die Dortmunder Forscher stellten nun die Hypothese auf, dass eine starke Mitarbeiteridentifikation zu häufigeren Flow-Erlebnissen führt, was wiederum die schädlichen Auswirkungen von Stress auf das psychische Wohlbefinden reduzieren könnte.

Flow fördert das Wohlbefinden

Zehn Arbeitstage lang befragte das Team 90 Mitarbeiter der Dienstleistungsbranche täglich zu ihrem Arbeitserleben. Tatsächlich zeigte sich, dass Beschäftigte mit hoher Organisationsbindung an insgesamt mehr Arbeitstagen Flow erlebten. Gleichzeitig wirkte Arbeitsstress bei häufigem Flow-Erleben weniger schädlich auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Hingegen berichteten Beschäftigte mit geringer Organisationsbindung seltener von Flow und zusätzlich von einem geringeren Wohlbefinden.

Flow-Erlebnisse begünstigen

In Zeiten hoher Arbeitsplatzunsicherheit und befristeter Verträge mag es für Unternehmen mitunter schwierig sein, die Identifikation der Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen zu fördern. Dennoch – so die Forscher – sollten Betriebe zur Prävention von Stress und zur Förderung der Mitarbeitergesundheit versuchen, Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen das Erleben von Flow begünstigt wird, beispielsweise durch eine gute Passung von Arbeitstätigkeiten und Fähigkeiten der Mitarbeiter.

23. August 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © ssergiocom – Fotolia.com


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