Andere Kunden beeinflussen unser Einkaufsverhalten

Wissenschaftler der Universität Rostock untersuchten, wie Kunden sich gegenseitig beim Einkaufen im Supermarkt beeinflussen.

Bei der Gestaltung der Kaufumgebung ist das Ziel, dass sich die Kunden möglichst wohlfühlen und lange in einem Geschäft verweilen. Entsprechend wichtig sind die Raumtemperatur, die Farben, Klänge und Gerüche. Doch welchen Einfluss haben andere, fremde Menschen im Geschäft auf das Kaufverhalten? Dieser Frage gingen Wissenschaftler der Universität Rostock nach. Dazu begleiteten sie unter anderem Kunden eines Supermarkts beim Einkaufen und befragten diese anschließend zu deren Kaufverhalten.

Zu viele Menschen lösen Stress aus…

Es zeigte sich, dass der persönliche Raum eine große Rolle spielte: So etwa vermieden Kunden es, sich Produkte anzuschauen, die gerade auch von einer anderen Person betrachtet wurden. Auch berichteten sie von negativen Gefühlen, wenn an dem Regal, an dem sie sich informieren wollten, bereits eine andere Person stand. Generell gab es eine Tendenz, anderen Menschen im Supermarkt nicht zu nahe zu kommen. Bei zu vielen Kunden im Geschäft fühlten sich die Probanden belästigt, empfanden Stress und fühlten sich nicht gut.

… zu wenige ein ungutes Gefühl

Allerdings hatte auch ein (fast) menschenleerer Supermarkt einen negativen Effekt: Dies löste den Eindruck aus, dass etwas nicht stimme, dass die Preise möglicherweise zu hoch, oder die Qualität zu schlecht sei.

Die Wissenschaftler folgern, dass die soziale Präsenz von Fremden beim Einkaufen im Supermarkt eine große Rolle spielt: Offensichtlich gebe es so etwas wie eine optimale Anzahl anderer Kunden, durch die ein positives Gefühl entstehe – allerdings nur dann, wenn eine ausreichende Distanz eingehalten werde.


12. September 2014
Quelle: Universität Rostock
Foto © Ina Jungbluth


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