Aus dem Abseits

Ein aktueller Dokumentarfilm beleuchtet das Leben des Sozialpsychologen und Linksintellektuellen Peter Brückner. Kinostart ist der 3. Dezember 2015.

Das Leben des deutschen Sozialpsychologen Peter Brückner (1922-1982) war geprägt von Auseinandersetzungen mit den verschiedenen deutschen Staatsmächten: Als Sohn einer jüdischen Sängerin politisierte er sich bereits während seiner Schulzeit, knüpfte Kontakte zu Hitler-Gegnern und unterstützte während des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit österreichischen Kommunisten Kriegsgefangene und Deserteure.

In den 1960er-Jahren engagierte er sich – zu diesem Zeitpunkt bereits Professor für Psychologie in Hannover – für die Belange der Studentenbewegung und wurde als radikal links stehender Hochschullehrer zu einer Symbolfigur.

Als ihm 1972 eine Unterstützung der RAF vorgeworfen wurde, führte das zu einer Suspendierung vom Hochschuldienst. Dennoch hielt er für seine Studenten weiter Vorlesungen in Cafés und öffentlichen Veranstaltungsorten. Und auch das sollte nicht der letzte Zusammenstoß mit der Staatsmacht gewesen sein...

Spurensuche des jüngsten Sohnes

Dreißig Jahre nach seinem Tod begab sich Brückners jüngster Sohn Simon auf eine Spurensuche und drehte mit „Aus dem Abseits“ einen kaleidoskopartigen Dokumentarfilm, der die Stationen des zuweilen abschüssigen Weges beleuchtet, den Peter Brückner als privater und politischer Mensch ging. Simon Brückner zeigt seinen Vater als Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen, als Linksintellektuellen und Provokateur, der zwangsläufig immer wieder anecken musste. Dabei öffnet er durch seinen persönlichen Zugang zugleich den Blick für ein Stück „abseitiger“, verschwiegener Geschichte Deutschlands.

24. November 2015
Quelle: missingFILMs
Foto © Isabelle Casez – credofilm2014

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