Bergfest – Kinofilm thematisiert seelische Gewalt in der Eltern-Kind-Beziehung

Das Thema körperlicher Missbrauch ist derzeit aktueller denn je. Wo verläuft jedoch die Trennlinie zwischen körperlicher und seelischer Gewalt? Dieser Frage geht nun der Film „Bergfest“ von Florian Eichinger nach, der bereits vor dem offiziellen Kinostart mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Film handelt von einer belasteten Vater-Sohn-Beziehung und ihren Auswirkungen. Der 25-jährige Hannes trifft in der familieneigenen Berghütte in den Alpen unerwartet auf seinen Vater, mit dem er seit mehreren Jahren keinen Kontakt hatte. Dieser scheint sich jedoch unter dem Einfluss seiner jüngeren Freundin verändert zu haben, und Hannes lernt den Vater aus einem neuen Blickwinkel kennen. Auf dem Weg, sich zum ersten Mal näher zu kommen,  stoßen sowohl Vater und Sohn als auch ihre beiden Partnerinnen jedoch bald an ihre Grenzen.

Hinterfragt wird in „Bergfest“ vor allem die Trennlinie zwischen körperlicher und seelischer Gewalt. „Auch die körperlichen Übergriffe sind ja vor allem so gefährlich wegen ihrer seelischen Verknüpfung“, so Regisseur und Drehbuchautor Florian Eichinger. „Schlägt mich mein Vater,  muss das körperlich nicht schmerzhafter sein als gegen eine Tür zu laufen. Schlimmer ist hier die Demütigung, die Ohnmacht, der Liebesentzug – alles Dinge, die er mir aber auch antun kann ohne mich zu schlagen.“
Dr. Hans-Geert Metzger analysiert: „Die Vater-Sohn-Beziehung und ihre Konflikte entfalten sich emotional dicht und psychodynamisch überzeugend. Der Film beschönigt nichts, er bleibt dicht an der Psychodynamik, die er nachvollziehbar und erlebbar macht.“ (Psychoanalyse Aktuell)
Der Film ist ab dem 8. Juli im Kino zu sehen.

8.7.2010
Quelle: Bergfilm GbR