Berufliche Integration psychisch kranker Menschen

Ein neuer Teilhabekompass gibt einen Überblick über Integrationsmaßnahmen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen.

Arbeit bedeutet für Menschen mehr als nur Broterwerb: Sie strukturiert den Alltag, vermittelt Anerkennung, Wertschätzung und sozialen Status und ermöglicht Aktivität und sozialen Austausch. Ihre positiven Effekte lassen sich insbesondere auch für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen nachweisen. Leider haben gerade diese in Deutschland oftmals große Schwierigkeiten, eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Helfen können berufliche Integrationsmaßnahmen.

Unübersichtliche Strukturen


In Deutschland sind weder Versorgungs- noch Rehabilitationssystem so aufgestellt, wie es angesichts der Häufigkeit psychischer Erkrankungen notwendig wäre: Vielerorts sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz lang. Und die Versorgungsprobleme setzen sich nach der Akutbehandlung fort: Das System der beruflichen Rehabilitation ist ausgesprochen kompliziert und unübersichtlich. Und oft kommen die Integrationsangebote nicht ausreichend bei den Betroffenen an.

Überblick über Rehabilitationsmaßnahmen


Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) legte nun einen Teilhabekompass vor – als Orientierungshilfe für eine bedarfsgerechte und effiziente Navigation durch das oftmals schwer überschaubare Netz beruflicher Integrationsmaßnahmen. Er bietet einen Überblick über regelfinanzierte Leistungsanbieter und Maßnahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach dem neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX). Darüber hinaus stellt er Modell- und Pilotprojekte mit ihren inhaltlichen und regionalen Besonderheiten vor. Fallbeispiele „prototypischer“ Wege ergänzen die Ausführungen. Der Kompass richtet sich vor allem an Ärzte und Psychotherapeuten, die erwachsene Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen behandeln.

29. November 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Tim Gouw – pexels.com


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