Bewerben ohne Vorurteil

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) erprobt als erste Hochschule bundesweit, wie anonymisierte Bewerbungen in der Hochschullandschaft eingesetzt werden können.

Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap, Frauen oder ältere Arbeitnehmer: Auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz fühlen sie sich mitunter benachteiligt. Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) zeigt nun, dass es aus Arbeitgebersicht auch anders gehen kann: Als erste Hochschule bundesweit erprobt sie, wie Bewerbungen auch ohne Angabe des Namens, des Alters, des Geschlechts und der Nationalität funktionieren können. Ziel ist es, die Auswahlverfahren garantiert diskriminierungsfrei zu gestalten und jedem Bewerber – nur in Abhängigkeit von seiner Qualifikation – die gleiche Chance auf eine Einstellung zu ermöglichen. Angewandt werde das anonymisierte Bewerbungsverfahren für alle Stellen in der gesamten Verwaltung.
Ein Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hatte im Jahr 2012 zeigen können, dass anonymisierte Bewerbungen die Chancen gerechter verteilen und mehr Transparenz im Auswahlverfahren schaffen – denn durch den Verzicht auf persönliche Angaben wird im Bewerbungsprozess der Blick stärker auf Eignung und Qualifikation gelenkt.
Die Europa-Universität Viadrina erhofft sich aus ihrem Test Erkenntnisse bezüglich der Umsetzbarkeit von anonymisierten Bewerbungsverfahren an einer Hochschule.

Weiterführende Links
Antidiskriminierungsstelle des Bundes


Weitere Beiträge zum Thema
Thema des Monats: Frauenquote
Thema des Monats: Altersdiversität
Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert
Alt und doch nicht ausgepowert

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © fovito/fotolia.com