Coaching kann Lehrergesundheit schützen

Lehrkräfte zählen zu den vom Burnout-Syndrom besonders betroffenen Berufsgruppen. Eine aktuelle Freiburger Studie belegt nun die Wirksamkeit eines Coachings zur Lehrergesundheit. In einer aktuell veröffentlichten Studie konnte eine Freiburger Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Thomas Unterbrink und Prof. Dr. Joachim Bauer nachweisen, dass Lehrkräfte, die an einem von medizinischen oder psychologischen Experten geleiteten Coaching-Kurs teilgenommen haben, eine Verbesserung objektiver Gesundheitsparameter zeigen. Das von Joachim Bauer und Thomas Unterbrink entwickelte Coaching zielt darauf ab, die Fähigkeit, mit schwierigen schulischen Situationen umzugehen, zu verbessern.

„Lehrkräfte üben einen Beziehungsberuf aus, in welchem interpersonelle Kompetenz nicht nur im Verhältnis zu ihren Schülern gefragt ist, sondern auch gegenüber Eltern und den eigenen Kollegen“, so Thomas Unterbrink. In früheren Studien hatten die Freiburger Mediziner nachgewiesen, dass die Lehrergesundheit vor allem durch Aggressivität im Klassenzimmer gefährdet ist. „Lehrer“, so Professor Joachim Bauer, „müssen nicht nur ihr Fach beherrschen, sondern auch die Kunst der Beziehungsgestaltung.“ Dafür seien sie oft nicht hinreichend ausgebildet. „Da wir aus der Stressforschung wissen, dass zwischenmenschliche Stressoren zu biologisch-körperlichen Erkrankungen führen können, war unser Ansatzpunkt, die Lehrergesundheit dadurch zu schützen, dass wir die Beziehungskompetenz von Lehrkräften stärken“, so Bauer. Dieser Ansatz hat sich jetzt als erfolgreich erwiesen.
  Das Lehrkräfte-Coaching nach dem Freiburger Modell umfasst zehn Sitzungen. Entwickelt haben es die Freiburger Mediziner im Rahmen des Projektes „Lange Lehren“. Bisher war unklar, ob das Coaching-Programm tatsächlich in der Lage ist, objektive Gesundheitsparameter bei Lehrerinnen und Lehrern zu verbessern. Die jetzt publizierte randomisiert-kontrolliert durchgeführte und damit höchsten wissenschaftlichen Standards entsprechende Studie zeigt nun eine signifikante Verbesserung bei stressbedingten, medizinisch relevanten Gesundheitsbeschwerden.

Literatur:
  Unterbrink, T., Zimmermann, L., Pfeifer, R., Rose, U., Joos, A., Hartmann, A., Wirsching, M. & Bauer, J. (2010). Improvement in School Teachers‘ Mental Health by a Manual-Based Psychological Group Program. Journal of Psychosomatics and Psychotherapy, 79, 262-264.

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