Deutsche Übersetzung des WHO-Suizidpräventionsberichts

Pünktlich zum Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September 2016 legt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe eine deutsche Übersetzung des WHO-Suizidpräventionsberichts vor.

Jeden Tag nehmen sich in Deutschland nahezu 30 Menschen das Leben. Damit versterben hierzulande jährlich insgesamt etwa 10.000 Menschen durch Suizid. Weltweit sind rund 800.000 entsprechende Todesfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 15 bis 20mal so hoch. In den westlichen Industrieländern erfolgt die große Mehrheit der Selbsttötungen und Selbsttötungsversuche vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung, insbesondere einer Depression. Entsprechend kann eine verbesserte Behandlung depressiver Erkrankungen zu einer verringerten Rate suizidaler Handlungen führen.

Eine globale Herausforderung


Mit dem bereits im Herbst 2014 veröffentlichten Bericht „Suizidprävention: Eine globale Herausforderung“ legte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die erste umfassende Dokumentation zu diesem Thema vor. Pünktlich zum Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September 2016 erschien nun die von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe herausgegebene deutsche Übersetzung. Sie hat das Ziel, die Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Risiko- und Schutzfaktoren

Der Bericht gibt sowohl einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zu suizidalem Verhalten als auch zu Risiko- und Schutzfaktoren. Es werden zudem Aktionen und Maßnahmen vorgestellt, wie Suizidprävention gelingen kann: etwa durch einen erschwerten Zugang zu tödlichen Methoden, durch die Beseitigung von Versorgungsengpässen für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder die Förderung von verantwortungsvoller Medienberichterstattung zur Reduzierung von Nachahmungstaten.

Hilfe in Krisenfällen – Telefonseelsorge
0800 111 0 111
0800 111 0 222
www.telefonseelsorge.de

10. September 2016
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © Annika Strupkus


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