EEG leicht gemacht

Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig entwickelten einen Elektroden-Helm, der eine schnelle und drahtlose Aufnahme von Gehirnsignalen ermöglicht.

Für die psychologische Grundlagenforschung stellt die Elektroenzephalografie eine wichtige Untersuchungsmethode dar. Bisher war das Verfahren jedoch für die Versuchsleiter vergleichsweise zeitaufwendig und für Probanden – durch das Anbringen der Elektroden auf der Kopfhaut und das in die Haare aufgetragene Kontaktgel – mitunter etwas unangenehm. Wissenschaftler des Instituts für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik (EMG) der Technischen Universität Braunschweig entwickelten einen leichten Elektroden-Helm, der zukünftige EEG-Untersuchungen durch mobile drahtlose Übertragung der elektrischen Aktivität des Gehirns erheblich vereinfachen wird.
Mit Hilfe des EEG-Helms können die Gehirnsignale ohne direkten elektrischen Kontakt zum Kopf gemessen werden. Somit kann auf die langwierige Vorbereitung mit Kontaktgel verzichtet werden. Stattdessen kann das EEG an 24 Elektroden direkt nach dem Aufsetzen des Helms aufgenommen werden. Ermöglicht wird dies durch neuartige, sogenannte kapazitive Elektroden. Die neue Technologie zeichnet sich zudem durch ein gutes Signal-Rauschverhältnis aus, da die kapazitive Messung der Gehirnsignale mit speziellen Maßnahmen zur Unterdrückung von elektrischen Störungen aus der Umgebung kombiniert wird.
Ziel der Braunschweiger Forscher ist es, den Helm und die zugehörige Software weiter zu verbessern, um die drahtlose Aufnahme der Gehirnsignale möglichst einfach und schnell zu gestalten. Unter anderem solle der Helm noch leichter werden. Je leichter und komfortabler das Messgerät sei, desto entspannter seien die Probanden, was sich positiv auf Messungen auswirke.

Literatur
Oehler, M., Neumann, P., Becker, M., Curio, G. & Schilling, M. (2008). Extraction of SSVEP Signals of a Capacitive EEG Helmet for Human Machine Interface. Proceedings of the 30th IEEE EMBS, 4495-4498.

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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © TU Braunschweig / flickr.com unter CC BY 2.0