Ein Fünftel der Jugendlichen von Cyber-Mobbing betroffen

Einer Pilotstudie der Universität Hohenheim zufolge haben von 409 befragten Schülern bereits 22,1 Prozent persönliche Erfahrungen mit Cyber-Mobbing gemacht. Das Spektrum der Taten reicht von persönlichen Angriffen auf den Internetseiten sozialer Netzwerke und Communities über die Veröffentlichung verletzender Bilder bis zum Einstellen peinlicher Videos ins Netz. Studienleiterin Ruth Festl führt die Vielfalt auf die Vereinfachung der entsprechenden Medientechnologien zurück.

Neben der Mediennutzung und dem familiären und sozialen Hintergrund haben die Forscher die Struktur der jeweiligen Klasse und Schule als einen Einflussfaktor ermittelt. Danach nehmen Personen, die bereits älter und Opfer von Cyber-Mobbing waren, innerhalb der Klasse eine zentrale und vor allem „strategische“ Position ein. Sie unterscheiden sich deutlich von den reinen Opfern, die eher am Rande des Netzwerkes positioniert sind. So wurden Cyber-Mobbing-Opfer nur selten von anderen als Freund benannt, während Täter in der Klasse gut integriert zu sein scheinen und eher zentrale Stellen in der Gemeinschaft einnehmen. Diese Ergebnisse widersprechen anderen Befunden, die Cyber-Mobbing bisher eher als soziales Randphänomen angesehen haben. Es seien gerade nicht die wenig integrierten Randpersonen, die zu Tätern werden, sondern anerkannte Schüler mit großem Freundeskreis. „Mobbing kommt im wahrsten Sinn des Wortes aus der Mitte der Klassengemeinschaft“, so Prof. Thorsten Quandt.

30. Mai 2011
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft