Filmportrait über Gregory Bateson erstmals in Deutschland

Ein Dokumentarfilm über den 1980 verstorbenen angloamerikanischen Wissenschaftler Gregory Bateson ist im Juli erstmals in Deutschland zu sehen. Bateson war ein interdisziplinär wirkender „Universalgelehrter“, der auch großen Einfluss auf die systemische Familientherapie hatte.

Das 60-minütige Filmportrait unter der Regie seiner Tochter Nora Bateson wird präsentiert vom Filmverleih mindjazz pictures in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Der Film trägt den Titel „An Ecology of Mind – A Daughter`s Portrait of Gregory Bateson”. Dem Film gelingt 30 Jahre nach dem Tod von Bateson ein intensiver Blick auf seine Persönlichkeit und sein Werk durch persönliche Anmerkungen seiner Tochter, Bilder aus dem Privatarchiv und Interviews mit Zeitgenossen. Batesons ungewöhnlich schillerndes Werk ist sehr variationsreich, unkonventionell und wirkte in viele wissenschaftliche Bereiche hinein: So führte er systemtheoretische Denkansätze in die Sozial- und Humanwissenschaften ein und gilt als Ideengeber für Lerntheorie und systemische Therapie. In seinem Buch „Steps to an Ecology of Mind“ (deutsch: Ökologie des Geistes – Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven) untersuchte er Kommunikationsprozesse und Beziehungsmuster. Bateson stellte Überlegungen zur Einheit von Geist und Natur sowie den erkenntnistheoretischen Grundlagen der ökologischen Krisen einer Menschheit an, die sich selbst nicht als Teil einer größeren ökologischen Einheit betrachten will. Viele seiner Gedanken und Theorien waren visionär und sind bis heute aktuell.

Filmpremiere mit anschließendem Filmgespräch in Anwesenheit der Regisseurin war am 1. Juli in Köln, weitere Termine mit der Regisseurin folgen in Heidelberg, Tübingen, Stuttgart und Freiburg.

7. Juli 2011
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft