Gleich und gleich

Junge Leute mit ähnlichen Einstellungen werden eher Freunde – vor allem dann, wenn die Auswahl an potenziellen Freizeitpartnern groß ist. Je größer die Universität, desto ähnlicher sind sich jene Studierenden, die miteinander Freundschaft schließen. Dies fand ein Team aus Psychologen des Wellesley Colleges (US-Bundesstaat Massachusetts) und der University of Kansas (US-Bundesstaat Kansas) heraus.  Die Wissenschaftler verglichen Freundschaften an einer Massen-Universität mit denen in ländlichen Colleges. Während der erste Campus mit rund 25.000 Kommilitonen sehr groß war, tummelten sich an den kleinen Lehranstalten mit im Schnitt etwa 1.000 Studenten weit weniger potenzielle Freizeitpartner. Aus jedem Umfeld befragten die Wissenschaftler mehr als 50 Freundschaftspaare nach ihrer Einstellung zu gesellschaftlichen Fragen sowie zu ihrer Lebensweise. Außerdem gaben die Teilnehmer an, seit wann und wie eng sie befreundet waren und wie viele Stunden pro Woche sie zusammen verbrachten.

Es zeigte sich, dass sich Freunde in ihren Ansichten und Werten insgesamt ähnelten – an der Massenuniversität allerdings deutlich stärker als an den kleinen Colleges. Überraschenderweise währten die Freundschaften an der großen Hochschule dennoch nicht länger, und die Studenten verbrachten auch nicht mehr Zeit miteinander. Die Freunde an den kleineren Colleges fühlten sich einander im Schnitt sogar näher.
 Die Forscher vermuten, dass Gleichgesinnte eher zueinander finden, wenn die Vielfalt größer ist, dass jedoch festere Bünde dann entstehen, wenn weniger Alternativen vorhanden sind.

Literatur
 Bahns, A. J., Pickett, K. M. & Crandall, C. S. (in press). Social ecology of similarity: Big schools, small schools and social relationships. Group Processes & Intergroup Relations. 

7. November 2011
 Quelle: Gehirn und Geist
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

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