Hilfe für Flüchtlinge mit psychischen Störungen

An der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) startete ein integratives Modellprojekt für Flüchtlinge mit psychischen Störungen.

Seit Beginn des Jahres 2015 sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Europa gekommen – auf der Suche nach Schutz vor Krieg, Vertreibung und Verfolgung. Viele der Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, leiden an psychischen Problemen. Abgesehen vom Leid des Einzelnen und der Angehörigen kann dies auch zu Problemen bei der Integration führen. Ein neues Projektes der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) und der Charité Universitätsmedizin Berlin soll den Betroffenen nun helfen.

„Interpersonellen Integrativen Therapie für Flüchtlinge“

Für das Modellprojekt wurde die evidenzbasierte Interpersonelle Therapie modifiziert und auf die Bedürfnisse und Probleme von Flüchtlingen ausgerichtet. Im Rahmen einer zweimonatigen sogenannten „Interpersonellen Integrativen Therapie für Flüchtlinge“ (IITF) wird der Fokus auf interpersonelle, belastende Themen – wie etwa die durch die Flucht bedingten Rollenwechsel, Konflikte, Verluste, Trauer und Isolation – gesetzt. Zudem erhalten die Flüchtlinge durch die Arbeit mit Psychotherapeuten, Sozialarbeitern und Ergotherapeuten eine intensive multidisziplinäre Unterstützung bei der Integration. Bei über den Zeitraum der IITF fortbestehenden psychischen Störungen oder schweren Traumatisierungen können die betroffenen Patienten an entsprechende Kooperationseinrichtungen weitervermittelt werden.

Ehrenamtliches Engagement

Getragen wird das Modellprojekt durch die ehrenamtliche Mitarbeit qualifizierter Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und Ergotherapeuten sowie professioneller Dolmetscher, die Diagnostik und Therapie unterstützen. Auch Psychotherapeuten in Ausbildung der PHB engagieren sich ehrenamtlich im Hilfsprojekt.
Sollte sich das Kurzzeit-Hilfsprogramm als wirksam erweisen, ist es das Ziel, es flächendeckend nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland zu implementieren.

5. Januar 2016
Quelle: Psychologische Hochschule Berlin
Symbolfoto: © Susanne Koch


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