Katzen machen glücklich

Warum Katzenvideos im Internet so erfolgreich sind und wer sie sich ansieht, untersuchte eine Wissenschaftlerin der Indiana University in Bloomington (USA).

Allein im Jahr 2014 wurden auf der Videoplattform Youtube über zwei Millionen Katzenfilme gepostet – und diese wurden über 25 Milliarden Mal angeschaut. Aus welchen Gründen sind Katzenvideos so erfolgreich? Und was haben die Nutzer davon, sich die Filmchen anzusehen? Diesen Fragen ging eine Forscherin der Indiana University in Bloomington (USA) nach. In einer Online-Umfrage ließ sie insgesamt 6.795 Internetnutzer Angaben dazu machen, ob und warum sie Katzenvideos und -bilder konsumierten.

Ablenkung von der Arbeit

Gefragt wurde aber auch nach einer Vorliebe für diese Tiere, nach der Internetnutzung allgemein sowie nach Emotionen im Zusammenhang mit den Filmen und einer Neigung zur Prokrastination. Und tatsächlich: Es zeigte sich, dass die Videos mehrheitlich während der Arbeitszeit angeklickt wurden und von vermeintlich wichtigeren Aufgaben ablenkten. Die Videos wurden also nicht gezielt aufgerufen, sondern dann, wenn die Nutzer das Internet für andere Aufgaben nutzten.

Positive Stimmung

In den Ergebnissen zeigte sich zudem, dass Katzenfilme als ein Mittel der Aufmunterung eingesetzt wurden. Die Befragten berichteten eine subjektive Verbesserung der Stimmung und größere Entspannung nach dem Schauen der Videos. Negative Gefühle wie Angst, Ärger oder Traurigkeit gingen zurück. Die positive Wirkung der Kätzchen überwog dabei die schlechten Gefühle, die durch die Prokrastination ausgelöst wurden.

Die Studie lieferte des Weiteren Hinweise darauf, dass es Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Katzenvideos und Persönlichkeitsfaktoren wie Schüchternheit und Ängstlichkeit gibt. Dass sich unter den Nutzern von Katzenfilmen viele Katzenliebhaber befinden – auch ein Ergebnis der Untersuchung –, verwundert wohl kaum.

Literatur

Myrick, J.G. (2015). Emotion regulation, procrastination, and watching cat videos online: Who watches Internet cats, why, and to what effect? [Abstract] Computers in Human Behavior, 52, 168–176.

20. Januar 2015
Quelle: Computers in Human Behavior
Symbolfoto: © Susanne Koch


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