Kauf dich glücklich?!

Konsum steigert das subjektive Wohlbefinden. Zu diesem Schluss kam eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften.

Das brandneue Smartphone, ein Teil aus der aktuellen Kollektion der Lieblingsmarke, etwas Schönes zur Dekoration der Wohnung: Immer wieder tätigen wir Neuanschaffungen – auch wenn wir sie eigentlich nicht unbedingt bräuchten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften untersuchten in einer aktuellen Studie nun die Struktur von Konsumausgaben sowie deren Zusammenhang mit dem subjektiven Wohlbefinden.
Grundlage der Analyse waren die Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP), in dessen Rahmen im Jahr 2010 erstmals Informationen zu den Konsumausgaben der privaten Haushalte erhoben worden waren. Zwei Fragestellungen standen im Mittelpunkt der Auswertung: Zum einen sollten die Verbrauchsstrukturen verschiedener Haushaltstypen und Bevölkerungsgruppen verglichen werden. Zum anderen sollte untersucht werden, wie und in welchem Maße das subjektive Wohlbefinden vom Lebensstandard und den Strukturen des privaten Verbrauchs beeinflusst wird.
Wie von den Forschern vermutet, zeigten sich Unterschiede im Haushaltseinkommen auch in den Verbrauchsstrukturen: So entfielen beispielsweise in Haushalten unterhalb der Einkommens-Armutsrisikogrenze mehr als zwei Drittel aller Ausgaben auf Grundbedürfnisse wie Wohnen, Kleidung und Ernährung. Mit steigendem Einkommen nahm der Anteil dieser Zahlungen deutlich ab, während sich die Aufwendungen für Mobilität, Freizeit und Kultur oder auch Haushaltsausstattung sowie Beherbergung und Bewirtung erhöhten.
Zudem bestätigte die Untersuchung frühere Forschungsergebnisse, nach denen die Lebenszufriedenheit vergleichsweise eng mit dem jeweiligen Haushaltseinkommen korreliert ist: Je höher das Einkommen, desto höher auch die berichtete Zufriedenheit. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler nun nachweisen, dass dies nicht nur für das Einkommen gilt, sondern auch auf die Höhe der Konsumausgaben zutrifft: Die berichtete Lebenszufriedenheit stieg mit den Konsumausgaben. Allerdings nur in bestimmten Grenzen: Denn die Zufriedenheit durch steigende Kauffreude erhöhte sich nicht linear; bei steigendem Ausgabenniveau nahmen die Zufriedenheitsgewinne tendenziell wieder ab.
Besonders zufrieden machten Ausgaben in den Bereichen Bildung, Bekleidung, Freizeit sowie Gastronomie. Dies deute, den Forschern zufolge, darauf hin, dass ein durch vergleichsweise hohe freizeitbezogene Ausgaben geprägter Lebensstil das subjektive Wohlbefinden besonders positiv beeinflusse. Allerdings, so betonen die Wissenschaftler, wirke auch ein niedriges Konsumniveau, das jedoch nicht aus der Not, sondern aus einem freiwilligen Verzicht resultiere, auf die Lebenszufriedenheit nicht beeinträchtigend.

Literatur
Noll, H.-H. & Weick, S. (2014). Lebenszufriedenheit steigt mit der Höhe der Konsumausgaben. Informationsdienst soziale Indikatoren, 51, 1-6.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto © wearechapterone / flickr.com unter CC BY 2.0


Weitere Beiträge zum Thema

Thema des Monats: Kaufsucht
Augen auf beim Kauf
Gute Stimmung ist schlecht für Entscheidungen
Alles Liebe